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Deutschland-Studie / Kinder sehen ihre Zukunft düster

Berlin (RPO). Bereits Grundschüler schätzen ihre Zukunftschancen düster ein. Vor allem Kinder, die aus einem sozial schwachen Umfeld kommen, fühlen sich das ganze Leben lang benachteiligt. Das ergab die erste repräsentative World Vision Kinderstudie.



Kinder haben offenbar ein sehr gutes Gespür für soziale Unterschiede. Dies sei etwa bei der Frage nach den Schulperspektiven deutlich geworden, sagte der Leiter der Studie zur Lebenssituation der jüngsten Generation, Klaus Hurrelmann. im ZDF. Der Sozialwissenschaftler nannte es beängstigend, wie groß in Deutschland die Spanne zwischen sehr gut situierten Kindern und ihren Altersgenossen sei, die unter sehr schlechten Bedingungen aufwachsen.

 

1600 Kinder wurden für die Studie befragt. Die größte Angst haben Kinder der Erhebung zufolge davor, die Sicherheit in ihrer Familie etwa durch Arbeitslosigkeit eines oder beider Elternteile zu verlieren. Aber auch politische Schreckensszenarien wie Krieg oder Terroranschläge spielten bei den Kleinen bereits eine große Rolle.

 

Geborgen fühlen sich Kinder nach Ansicht Hurrelmanns nicht durch die Dauer der mit den Eltern verbrachten Zeit. Entscheidend sei vielmehr, dass es feste und verlässliche Uhrzeiten für den Austausch zwischen Kindern und Eltern gebe. So erfahren Kinder mit berufstätigen Müttern der Studie zufolge mehr Zuwendung als ihre Altersgenossen mit.

 

"Kinder brauchen einen festen Tagesablauf"

"Das ist das Schlüsselergebnis", sagte Hurrelmann. Kinder bräuchten eine feste Tagesstruktur, einen klaren Rhythmus. Entscheidend sei, ob sie Qualitätszeit mit ihren Eltern verbrächten. Kinder von berufstätigen Eltern empfinden laut Studie in der Regel mehr Zuwendung als Kinder in arbeitslosen Familien. Die Zuwendung, die Kinder erführen, hänge nicht damit zusammen, ob die Eltern berufstätig seien, betonte Hurrelmann. Im Gegenteil sei bei den Söhnen und Töchtern arbeitsloser Eltern die Zufriedenheit eher niedrig.

 

Laut eines Berichts der "taz" gaben 13 Prozent der Kinder an, dass keiner ihrer Elternteile genügend Zeit für sie fände. Ein Drittel der Kinder von Arbeitslosen fühle sich vernachlässigt, bei Berufstätigen seien es nur 17 Prozent, heißt es in dem Bericht.

 

Am schlechtesten sei die Situation erwerbstätiger Alleinerziehender. In diesen Familien fühlten sich 35 Prozent der Kinder vernachlässigt. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest Sozialforschung hatte für die Studie 1.600 Kinder im Altern von acht bis elf Jahren befragt, wie sie die Zuwendung ihrer Eltern beurteilen.

 

"Damit Kinder zu mündigen Bürgern unserer Gemeinschaft heranwachsen können, müssen wir alle, also das ganze Dorf, für das Wohlergehen unseres Nachwuchses sorgen", Hurrelmann. Kinder sollten so früh wie möglich mitreden können, wenn es um Belange geht, die sie selbst betreffen.Auch die Mütter und Väter brauchten deshalb mehr Rückhalt in der Gesellschaft. Immer mehr Eltern seien mit den schulischen Anforderungen ihrer Kinder überfordert, erklärte der Forscher.

 

Die Kindheitsforscherin Sabine Andresen hob hervor, dass Kinder sensible und wache junge Gesellschaftsmitglieder sind, die durchaus selbstbewusst eigene Lebensperspektiven entwickelten. „Sie fühlen sich im Alltag aber oft nicht ernst genommen. So glaubt ein Großteil der Kinder, dass sich Politiker eher mangelhaft für ihre Belange einsetzen. Auch in der Schule fühlen sich viele Kinder nicht ernst genommen und bemängeln hier die ungenügende Beteiligung“, so Andresen.

 

Quelle: RP-Online

http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/politik/deutschla nd/493290


 
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