Positive Effekte ausnutzen
Wenn Kinder Musik hören und vor allem, wenn sie selbst musizieren, trainiert das die Fähigkeiten des gesamten Gehirns. Bestimmte Areale werden anscheinend besonders gefördert. Und die unterstützen wiederum andere Hirnregionen bei ihrer Arbeit - so wie einem Sportler die beim Joggen erworbene Ausdauer beim Volleyballspiel nutzt.
Intelligenz
Musizieren regt verschiedene Intelligenzleistungen an: abstraktes und komplexes Denken, die Sinne, die Motorik, die emotionale Wahrnehmung. Das kann die intellektuelle Reifung beschleunigen. Eine Berliner Studie ergab: Grundschüler, die regelmäßig über vier Jahre hinweg ein Instrument spielten, konnten ihren Intelligenzquotienten um bis zu sechs Punkte steigern, besonders hinsichtlich räumlich-mathematischer Fähigkeiten.
Konzentration
Wenn Kinder musizieren, müssen sie mehrere Aufgaben bewältigen und zugleich ihre Aufmerksamkeit bündeln: Das Auge muss Noten lesen, das Gehirn die Informationen verarbeiten, die Hände all das in Griffe am Instrument umsetzen. Diese kompakten Übungen steigern die Konzentrationsfähigkeit auch bei anderen Tätigkeiten.
Soziale Kompetenz
Grundschüler, die ein Instrument spielen und gemeinsam Musik machen, verstehen sich untereinander besser als nicht musizierende Kinder. In den Musikstunden lernen sie wichtige soziale Kompetenzen wie sich anzupassen, auf andere zuzugehen, voneinander zu lernen, gemeinsam Verantwortung zu tragen und kritikfähig zu sein. Gleichzeitig sind auffällige Kinder weniger aggressiv. Musikalische Aktivität fördert zudem das Selbstbewusstsein.
Kreativität
Musik als Kunstform ist individuell und frei interpretierbar; jeder hat seine eigene Art und Weise, Melodien wahrzunehmen und umzusetzen. Für Kinder, die sich aktiv mit Musik beschäftigen, heißt das: Sie üben Phantasie, Kreativität und die Fähigkeit, Gefühle auszudrücken.
Eines sind Musik und Musizieren jedoch nicht: Wundermittel, die aus Ihrem Sprössling einen kleinen Einstein machen. Jedes Kind profitiert im Rahmen seiner Möglichkeiten. Außerdem darf der kleine Musikant nicht unter Leistungsdruck geraten. Nur wenn der Spaß an erster Stelle steht, kann die Welt der Töne all ihre positiven Wirkungen entfalten.
Kinder an Musik heranführen
Wenn sie gelassen werden, ist Kleinkindern alles recht, um Geräusche und Rhythmen zu produzieren: summen und singen, auf Töpfe schlagen, mit Tüten rascheln ... Auch im Vorschulalter ist ihre Lust, mit Stimme und Instrumenten zu experimentieren, groß. Erleben sie in der Familie bereits Musik, fördert und prägt das ihr Interesse.
Möglichkeiten, Musik und Musizieren in den Alltag einzubauen, gibt es viele: gemeinsam singen und bewusst Melodien hören, "Instrumente" aus Küchengeräten bauen und erkunden, Spaziergänge oder Autofahrten mit Liedern und Musikspielen spicken, Tanzspiele in Wohnung oder Garten, Kinderkonzerte oder -opern besuchen ...
Wer dem Nachwuchs bewusst früh die Tür zur musikalischen Welt öffnen möchte, kann auch bei Musikschulen spezielle Eltern-Kind-Kurse belegen. Angebote für Eltern mit zwei- bis dreijährigen Kindern wollen die Kleinen noch nicht bewusst musikalisch schulen. Sie zielen vielmehr darauf ab, über einfache Gegenstände wie Rasseln oder Trommeln die kindliche Neugier anzusprechen. Parallel erhalten Eltern Anregungen für einen musikalischen Familienalltag.
Für Vier- bis Sechsjährige bieten Musikschulen Programme zur musikalischen Früherziehung. Dieses Alter ist optimal, um Kinder an Musik heranzuführen - sie sind besonders offen für sinnliche Wahrnehmungen. Spielerisch lernen sie erste musikalische Schritte: Sie entdecken in Liedern und Singspielen ihre Stimme, schulen ihr Gehör, erleben Musik und Rhythmus als Bewegung und erkunden verschiedene Instrumente.
Kinder ab sechs Jahren können im Musikunterricht ein Instrument lernen und eine regelrechte musikalische Ausbildung beginnen. Ein musikalisches Orientierungsjahr in der Schule oder an einer Musikschule gibt ihnen die Möglichkeit herauszufinden, welches Instrument ihnen am besten gefällt. Viele Grundschüler sind auch begeisterte Chorsänger.
Für Eltern-Kind-Kurse und Angebote zur musikalischen Früherziehung zahlen Eltern circa 25 bis 30 Euro im Monat. Im musikalischen Orientierungsjahr kommen je nach Unterrichtsdauer und Gruppengröße 50 bis 60 Euro monatlich auf Sie zu. Wöchentlicher Einzelunterricht kostet im Monat etwa 90 Euro, Gruppenunterricht um die 30 Euro pro Kind.
http://www.ikk.de/ikk/generator/ikk/aktiv-und-gesund/eltern-und-kind/66066,i=l.html


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