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VBE: Die Arbeit der Lehrer ist anders geworden

Stuttgart. Die Tätigkeit der Lehrer hat sich in den letzten Jahren verändert. Standen früher hauptsächlich Unterricht und Korrekturen von Klassenarbeiten im Vordergrund, bekommen heute Beratungsgespräche, Team-Konferenzen und Schulentwicklung immer mehr Gewicht.




Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg hat keine Pro­bleme damit, die Arbeitszeit der Lehrkräfte weiterhin am Deputat, der Wochen­stundenverpflichtung, festzumachen, erwartet aber zumindest mehr Arbeitszeit­gerechtigkeit für die Lehrer der verschiedenen Schularten, deren Deputate noch immer um bis zu sechs Stunden voneinander abweichen, sowie mehr Anerken­nung für das erweiterte Tätigkeitsfeld der Pädagogen. Lehrersein bedeutet eben nicht, vormittags einen bequemen Halbtagsjob und nachmittags frei zu haben.

 

Der VBE hat nichts gegen den von so manchen als „Häppchenpädagogik“ ge­schmähten 45-Minuten-Takt des Stundenplans. Zum einen sollen Schüler sowie­so individuell in kleineren, leicht verdaulichen Portionen lernen, zum anderen haben sich viele Schulen schon seit einiger Zeit vom Diktat der Schulglocke be­freit und machen dann Pause, wann es für die Kinder pädagogisch sinnvoll ist, sofern dies organisatorisch umsetzbar ist.

 

Neue Bildungspläne mit Schulcurricula und Leitbild, Kriseninterventionspläne, Schulportfolios und Qualitätssicherung durch Evaluation beanspruchen mittler­weile einen nicht unerheblichen Teil der Arbeitszeit der Lehrkräfte.

 

Sprach der Lehrer früher über die Probleme eines Schülers ausschließlich mit dessen Vater oder Mutter, so nimmt der Pädagoge heute - in der Regel auf Drän­gen der Erziehungsberechtigten - Kontakt mit dem Hausarzt auf, mit der Famili­enhelferin des Jugendamtes, dem Nachhilfelehrer, dem Schulsozialarbeiter, dem Psychologen sowie gegebenenfalls mit dem Neurologen und einem oder meh­reren Therapeuten des Schülers. Bei bis zu 33 Schulkindern pro Klasse wenden Lehrer sehr viel Zeit für diese Gespräche auf. Man dürfe Schule aber nicht stän­dig von innen nach außen krempeln und täglich neu erfinden wollen, mahnt VBE-Chef Rudolf Karg. Nach diversen Reformen und Reförmchen wünschten sich immer mehr Lehrkräfte wieder eine Phase ruhigeren Arbeitens. Zufrieden­heit mit dem Arbeitsplatz und dem eigenen Tun könnten in nicht unerheblichen Ausmaß ebenso zur Qualitätssteigerung an Schulen beitragen.

 

7. März 2008

 

Verband Bildung und Erziehung (VBE)  -  Baden-Württemberg
Landesgeschäftsstelle Stuttgart, Panoramastraße 31, 70174 Stuttgart, Tel. 0711/2293146
Pressesprecher: Michael Gomolzig - Telefon 07181/82179 dienstlich: 07151/750310


 
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