"Die Kolleginnen und Kollegen erhalten mit einer Erhöhung zwischen sieben und zehn Prozent in den nächsten zwei Jahren eine spürbare Verbesserung ihrer Einkommen, die nicht sofort wieder durch Steuern und Sozialabgaben aufgezehrt wird. Das gilt insbesondere auch für die unteren Einkommensgruppen. Dabei ist die Einmalzahlung in Höhe von 225 Euro noch nicht einmal berücksichtigt", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Montag in Potsdam. "In schwierigen und langen Verhandlungen ist es uns gelungen, nach Jahren des Sozialabbaus und der Reallohnverluste im öffentlichen Dienst die Weichen auch für die Arbeitnehmer in Richtung Aufschwung zu stellen."
Damit konnte, unterstrich Thöne, ein Streik in letzter Minute abgewendet werden. "Die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes haben deutlich zu spüren bekommen, dass es uns sehr ernst war. Die hohe Beteiligung an den Warnstreiks und gewerkschaftlichen Aktionen, die breite Sympathie in der Bevölkerung und eine objektive Berichterstattung der Medien haben die Arbeitgeber in ihre Schranken verwiesen."
"Das Tarifergebnis ist in seiner Signalwirkung nicht zu unterschätzen. Das gilt für die übrigen Branchen und für die im nächsten Jahr im öffentlichen Dienst anstehenden Verhandlungen in den Ländern", betonte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad. Für die Tarifexpertin der Bildungsgewerkschaft steht fest, dass das Ergebnis zeit- und inhaltsgleich auf die Beamten übertragen werden müsse.
Die erstmals in dieser Form praktizierte Solidarität zwischen den DGB-Gewerkschaften ver.di, GEW und GdP sowie der Tarifunion im Deutschen Beamtenbund habe sich bewährt. Schaad, die Mitglied der Sondierungskommission ist: "Bei allen Auseinandersetzungen mit den Arbeitgebern in der Sache war die Verhandlungsatmosphäre konstruktiv und von gegenseitiger Achtung geprägt. Dazu hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) einen maßgeblichen Beitrag geleistet."
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
Pressesprecher und
verantw. Redakteur "E&W"
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