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VBE: Kann das Lächeln der Mona Lisa evaluiert werden? Vergleichstests spiegeln nur einen engen Ausschnitt der Schulwirklichkeit

Stuttgart. Die Angst, im Bildungsbereich nur Mittelmaß zu bleiben, treibt die dafür Verantwortung Tragenden immer mehr in eine schon als zwanghaft anzu­sehende Evaluierungsgläubigkeit, heißt es von Seiten des Verbandes Bil­dung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg.



Es sei für Schüler wenig hilfreich, wenn unter dem Strich mehr diagnostiziert als erfolgreich gear­beitet werde. Die einengende Fixierung auf Testergebnisse lasse die funda­mentale Bedeutung des Wegs zum Ziel als viel zu nebensächlich erscheinen.

 

Über das Lächeln der Mona Lisa machen sich Menschen noch heute Gedanken; ob Schüler mit einem Lächeln zur Schule kommen und mit sich und ihrer Arbeit zufrieden nach Hause gehen, wird in keiner Pisa-Studie „evaluiert“, gibt der VBE zu bedenken. Der Messbarkeitswahn verlangt nach harten Fakten, und so ist es nur natürlich, dass eher die Mathematik und die Naturwissenschaften in den Fokus der Prüfer rücken und „abgefragt“ werden als Arbeitszufriedenheit, soziale Kompetenzen und das seelische Gleichgewicht der Schüler.

 

Während es auf der einen Seite Stimmen gibt, die die Noten in der Schule ganz abgeschafft haben wollen, werden andererseits Schüler mit immer mehr standar­disierten Tests, zentralen Klassenarbeiten sowie Diagnose- und Vergleichsarbei­ten überschüttet, die computergestützt Kinder und Jugendliche in Raster pressen und damit die statistische Auswertung und Vergleichbarkeit erleichtern.

 

Wenn sich Schulen das Leitbild geben: „Wir machen Kinder stark“, lasse sich das nur schwer evaluieren, sagt der geschäftsführende VBE-Vorsitzende, Ger­hard Brand (Alfdorf), zu tiefgehend und zu vielfältig seien die Anforderungen, die daran gestellt werden. Immer deutlicher kristallisiere sich heraus, dass Schu­len eben keine Wirtschaftsunternehmen sind und sich nicht mit deren Methoden messen und steuern lassen, dass internationale Vergleichsstudien wie Pisa die pädagogische Situation nur in Fragmenten erfassen. Schule beziehe ihren Auf­trag aus der Verantwortung gegenüber den ihr anvertrauten Kindern. Brand wörtlich: „Diese zu begleiten, zu entwickeln, zu erziehen, wo es nötig ist, sie zu bilden, wie es nötig ist, sie in die Gemeinschaft der Menschen zu führen und den Schülern Anerkennung, Geborgenheit und Zuversicht zu geben, das ist die Auf­gabe der Schule, und das kann Pisa alles nur sehr bruchstückhaft erfassen.“

 

18. November 2007

 

Verband Bildung und Erziehung (VBE)  -  Baden-Württemberg
Landesgeschäftsstelle Stuttgart, Panoramastraße 31, 70174 Stuttgart, Tel. 0711/2293146
Pressesprecher: Michael Gomolzig - Telefon 07181/82179 dienstlich: 07151/750310

 

 


 
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