Bundesbildungsministerin Annette Schavan geht davon aus, dass Abiturprüfungen bereits in wenigen Jahren in ganz Deutschland vergleichbar sind.
Die beiden CDU-Politikerinnen bezeichneten es als «ersten Schritt», dass sich die Länder in der Kultusministerkonferenz (KMK) auf Bildungsstandards für die Oberstufe einigten. «Als zweiten Schritt kann man sich dann durchaus überlegen, ob man diese Standards auch mit einem Pool aus gemeinsam entwickelten Aufgaben erreichen kann, bis hin zu der Frage, wie Prüfungen ablaufen sollen», sagte Kramp-Karrenbauer, die ab Januar ein Jahr lang KMK-Präsidentin ist. Schavan sagte der AP, die Abiturprüfungen müssten im Niveau überall vergleichbar sein. «Das ermöglicht Mobilität, und ich bin zuversichtlich, dass dies in wenigen Jahren erreicht sein wird.
Zustimmung kam vom Pisa-Koordinator bei der OECD, Andreas Schleicher. Er sprach im AP-Interview von einem «richtigen Ansatz, weil ein Zentralabitur Maßstäbe für den Erfolg von Bildungsanstrengungen und Transparenz und Vergleichbarkeit sowohl für den Schüler als auch für die Hochschulen schafft». Zudem ermögliche die verbindliche Festlegung von Zielvorgaben den Schulen größere Freiräume bei der Gestaltung von Lehrplänen und der Lernumgebung.
Zwtl: Frühkindliche Bildung als KMK-Schwerpunkt
Den Schwerpunkt ihrer KMK-Präsidentschaft will die saarländische Ministerin Kramp-Karrenbauer auf die frühkindliche Bildung legen: «Viele Defizite treten schon vor dem Schuleintritt auf, dort müssen wir ansetzen.» Die KMK und die Konferenz der Familien- und Jugendminister müssten künftig noch stärker und institutionell verzahnter zusammenarbeiten.
Zur Pisa-Studie will die KMK laut Kramp-Karrenbauer wahrscheinlich im März eine OECD-Vertreterin einladen, «weil wir klären müssen, welches Ziel wir mit Pisa verfolgen». Wenn man vergleichbare Ergebnisse haben wolle, dann müsse man auch darüber reden, ob das Untersuchungsdesign dafür geeignet sei oder geändert werden müsse.
OECD-Pisa-Experte Schleicher sagte zur Kritik aus CDU und CSU an seiner Person, die Pisa-Studie halte «uns einen Spiegel vor Augen, in dem wir Deutschlands Schulen im Lichte der Leistungsfähigkeit anderer Bildungssysteme betrachten können. Dass dem einen oder anderen die Ergebnisse nicht gefallen, damit müssen wir leben». Die globale Entwicklung belohne nicht vergangene Errungenschaften, sondern heutige Leistungen. «Der Erfolg ist mit denjenigen Menschen und Staaten, die veränderungsbereit und veränderungsfähig sind, und die auf neue Herausforderungen zugehen, anstatt sich ständig über diese zu beklagen», betonte Schleicher.
Zukunftsforscher Matthias Horx erwartet im Bereich der Bildung einen starken Trend zur Privatisierung. «Ich glaube, dass wir einen Umschwung der öffentlichen Meinung sehen werden, so dass ab 2008 die Weichen für ein eher skandinavisch-angelsächsisch orientiertes Bildungssystem gestellt werden», sagte Horx der AP. Dazu zählten Ganztagsschulen, eine andere Pädagogik und die spätere Ausdifferenzierung der Bildungswege. Allein in den vergangenen fünf Jahren habe sich der Anteil der Schüler auf Privatschulen in Deutschland verdoppelt. «Diese Konkurrenz belebt das Geschäft und regt auch den staatlichen Bildungssektor zu schnelleren Reformen an.
Quelle: PR-inside.com


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