„Weder CDU, noch FDP trauen sich bis heute zu beantworten, warum wir ein Jahr weniger zur Schule gehen sollen und weniger lernen sollen“, so Mansoori. Mit Blick auf das „Sofortprogramm Schule“ von Bündnis90/Die Grünen sagte er: „Auch die Grünen drücken sich vor der Grundsatzfrage von G8.“
Patrick Krug, stellv. Landesschulsprecher, sieht in der Schulzeitverkürzung nach wie vor ein Mittel zur sozialen Auslese: „G8 dient nur der Verfestigung des Elitegymnasiums“, so Krug. Die im „Sofortprogramm Schule“ der Grünen genannte Wahlfreiheit der Eltern hält Krug für vorgeschobenen: „Wenn Eltern sich dafür entscheiden können, ob ihre Kinder unter Stress leiden oder erst ein Jahr später als ihre Mitschüler ins Berufsleben entlassen werden, kann von Wahlfreiheit keine Rede sein. Das ist ein Schlag ins Gesicht von Eltern und Schüler“, kritisierte Krug scharf.
Nach Ansicht von Katharina Horn, stellv. Landesschulsprecherin, erhöhten der verschobene Beginn der zweiten Fremdsprache und die verminderte Durchlässigkeit für Realschüler die soziale Ungerechtigkeit im Gymnasium enorm. Daran änderten die bisherigen Vorschläge, die nur auf Veränderung von G8 bedacht sind, nichts. „Auch mit einem veränderten G8 gibt es für Realschüler kaum Aufstiegschancen“, mahnte Horn. „Es grenzt an eine Unverschämtheit, wenn Mathias Wagner G8 und Konsens in einem Satz verwendet. Die Grünen haben aus dem Landtagswahlkampf augenscheinlich nichts gelernt. Wir brauchen keine kosmetischen Veränderungen, die an der Sache nichts ändern“, stellte Katharina Horn für die Schülerschaft fest und forderte eine grundsätzliche Diskussion über die Schulzeitverkürzung.
Kaweh Mansoori
Hessischer Landessschulsprecher
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