Er soll an 20 bayerischen Grundschulen, unterstützt von der Stiftung Bildungspakt Bayern, durchgeführt werden.
„Wir erwarten, dass die ausgewählten 20 Modellschulen finanziell so ausgestattet werden, dass sie optimale Rahmenbedingungen schaffen können“, sagte Wenzel und mahnte gleichzeitig optimale Lern- und Arbeitsbedingungen für alle Grundschulen an: „Was die flexible Grundschule betrifft haben wir weniger ein Erkenntnis-, sondern mehr ein Umsetzungsproblem. Modellversuche sind daher eigentlich überflüssig.“ Die flexible Grundschulzeit sei aus Sicht des BLLV pädagogisch gut und sinnvoll, sie könne aber nur gelingen und für die Kinder von Wert sein, wenn die dafür nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden - „und zwar nicht nur an 20 Modellschulen.“
Die Realität an Bayerns Grundschulen sieht leider folgendermaßen aus: Es gibt zu wenig Fachpersonal, nach wie vor liegt die Teilungsgrenze der ersten Jahrgangsstufen bei 29 Schülern/innen, es gibt auch nur einen Lehrer, bzw. eine Lehrerin, pro Klasse und standardisierte Lehrpläne, die nicht individuell zugeschnitten werden können. Wenzel: „Diese Tatsachen sprechen für sich und zeigen deutlich auf, was geschehen müsste, damit die flexible Grundschule flächendeckend funktionieren kann: Die Schulen brauchen deutlich mehr Geld und mehr Personal.“
Der BLLV-Präsident gab außerdem zu bedenken, dass die flexible Grundschule im Widerspruch zur frühen Sortierung der Kinder nach der vierten Klasse steht: „Die dringend erforderliche Förderkultur, in der jedes Kind sein individuelles Tempo gehen kann, wird abrupt beendet, wenn die Kinder zehn Jahre alt sind und die vierte Jahrgangsstufe absolviert haben. Das führt dazu, dass die gesamte Grundschulzeit - flexibel gestaltet oder nicht - von der zu frühen Selektion überschattet wird.“
Für den Inhalt verantwortlich: Andrea Schwarz, M.A., Pressereferentin des BLLV Kontakt


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