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[Österreich] Die Bildungspolitik leidet unter Realitätsverlust! =

Wien (OTS) - Die Zukunft der österreichischen Schule und damit von Österreichs Jugend ist zu wichtig, um sie für billige Wahlpropaganda im Vorfeld von Landtagswahlen zu missbrauchen, stellt der Vorsitzende-Stellvertreter der BMHS-LehrerInnen Roland Gangl fest.




Hinsichtlich der Tatsache, dass bereits ein eklatanter Mangel an Lehrerinnen und Lehrern aller Fachrichtungen, vor allem an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) eingetreten ist und sich rasch ausweitet, erscheint die derzeitige politische Debatte über die Lehrerarbeitszeit mit der Hilfe von Ressentiments wie Halbtagsjob und Ferien nicht nur grotesk, sondern auch fern der Realität.

  
Ein neues Dienstrecht wird von der Politik stets unter dem Aspekt von Budgeteinsparungen betrachtet und gleichzeitig erhebt man den provokanten Anspruch, nur die "Besten" sollen für diesen Beruf rekrutiert werden und dies unter dem Aspekt von ausgeweiteter Arbeitszeit und damit verbundener niedrigerer Entlohnung. Auch die Diskussion über die Zuständigkeit für die Umsetzung der bildungspolitischen Vorgaben ist unter diesem Aspekt zu sehen.

 

Wenn andauernd gefordert wird, dass den Schulen und ihren Leitungen mehr Entscheidungskompetenz gegeben werden soll, so ist es dafür notwendig, dass die dafür erforderlichen verwaltungstechnischen Instrumentarien möglichst nahe bei den Schulen, also in den Ländern, angesiedelt werden.

 

Daher erscheint nicht nur aus dieser Sicht der Vorschlag des Vizekanzlers und vieler Landeshauptleute sinnvoll, die Agenden für alle Lehrerinnen und Lehrer verwaltungstechnisch in den Ländern anzusiedeln.

 

Aus niederösterreichischer Sicht erscheint dies, stellt Roland Gangl fest, umso notwendiger, da zum Beispiel das Unterrichtsressort jahrelang nicht fähig war und ist für die Besetzung der Leiterpositionen wichtiger und großer berufsbildender Schulen in Niederösterreich, wie zum Beispiel der größten Schule Österreichs, der HTL Mödling, der HTL Wr. Neustadt oder der HLT Krems  zu sorgen. An diesen Schulen ist man jahrelang säumig und provoziert Provisorien in der Schulleitung. Gleichzeitig fordert man aber autonom agierende und entscheidungsfreudige sowie kompetente Schulleitungen für die Zukunft.

  
Die politischen Verantwortungsträger werden im Interesse der bildungswilligen jungen Menschen Österreichs aufgefordert zu handeln und nicht andauernd realitätsfremde Schlagzeilen zu produzieren.


Rückfragehinweis:
Mag. Roland Gangl
Stellvertretender Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft
0676/6002913


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