Es sei mehr als dürftig, nur die Kontinuität in der Bildungsberichterstattung abzufeiern. So erfreulich es ist, dass die Zahl der Abiturienten gestiegen und die der Bildungsabbrecher gesunken ist. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kernfrage bisher nicht angepackt wurde, Kindergarten und Grundschule als die wichtigsten Bildungsphasen der Kinder zu begreifen, um soziale Benachteiligungen abzuschwächen. Dafür müssen Bund, Länder und Kommunen die Mittel bündeln." Die starke Zunahme privater Grundschulen in Deutschland sei ein Warnzeichen, dass bildungsbewusste Eltern ihre Erwartungen im staatlichen Bildungssystem nicht erfüllt sehen.
Beckmann weiter: "Auch der jüngste Bildungsbericht bestätigt den Webfehler des Grundgesetzes seit der Föderalismusreform. Bund und Länder dürfen nur bei der Leistungsfeststellung des Bildungswesens zusammenarbeiten, anschließend geht jeder seiner Wege und gibt den Bildungsbericht in die Rundablage. Der aussagekräftige Bericht wird von den Auftraggebern selbst zur Farce gemacht. Der Bildungsbericht muss von der Bildungspolitik ernst genommen werden. Es muss Schluss damit sein, Ergebnisse, die Bund oder Ländern nicht in den Kram passen, zu ignorieren." Hintergrund: Nach Art. 91b GG können Bund und Länder bei der Feststellung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens zusammenwirken. Mitte Oktober 2010 beschloss die KMK, die Bildungsberichterstattung fortzuführen. Die bis 2016 anfallenden Kosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro werden von Bund und Ländern je zu zur Hälfte getragen. Die Bildungsberichte erscheinen im Zweijahrestakt.
VBE zum Bildungsbericht 2012
| Autor: TeachersNews
Quelle: Verband Bildung und Erziehung (VBE)
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