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Neue Studien: Größeres Gehirn bedeutet längeres Leben

Amsterdam (RPO). Ihr großes Gehirn zahlt sich für Menschen und Menschenaffen aus: Es hilft ihnen, länger zu leben und sich damit auch häufiger fortpflanzen zu können, wie ein Forscherteam aus der Schweiz und den USA nachgewiesen hat. Zusätzlich verbessern die überlegenen Fähigkeiten eines komplexen Gehirns die Strategien zur Suche nach Nahrung, zur Vermeidung von Gefahren und zur Entwicklung von Sozialstrukturen.




Zusammengenommen würden diese Vorteile die Kosten aufwiegen, die die lange Reifungsphase des Gehirns in den Jugendjahren des Nachwuchses verursachen, erläutern Nancy Barrickman von der Duke-Universität in Durham und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift "Journal of Human Evolution".

 

Für ihre Studie werteten die Forscher die Daten von 27 Primatenarten - vom madagassischen Lemuren bis hin zum Schimpansen - sowie Angehörigen des urtümlich lebenden Volkes der Aché in Paraguay aus. Sie verglichen die Länge der Schwangerschaften, die Anzahl der Jahre von der Geburt bis zum Einsetzen der Pubertät, die Geschwindigkeit der Gehirnentwicklung vor und nach der Geburt sowie die Lebenserwartung. Je größer das Gehirn einer Spezies, desto länger sind die einzelnen Lebensphasen und desto langsamer ist ihr Wachstum, zeigte die Analyse.

 

Auf der Kostenseite führt das dazu, dass sich die unfruchtbare Kindheit verlängert - eine Eigenart, die potenzielle Gefahren birgt: "Wenn Individuen zu lange warten, bis die Reife einsetzt, dann laufen sie Gefahr, zu sterben, bevor sie die Chance zur Fortpflanzung hatten", erläutert Barrickman. Zudem müssen die Erwachsenen viel Zeit und Ressourcen in die Aufzucht des Nachwuchses investieren.

 

"Das große Hirn muss also gleichzeitig irgendwelche Vorteile bieten, die diese Kosten aufwiegen", sagt Barrickman. Der wichtigste dieser Vorteile ist nach Ansicht der Forscher die ebenfalls verlängerte fruchtbare Lebensphase: Sie beschere den Erwachsenen viele Jahre, in denen immer wieder Nachwuchs gezeugt werden könne. Da die komplexen Gehirne zudem bessere Möglichkeiten bieten, gemeinsame Strategien zum Schutz und zur Versorgung des Nachwuchses zu entwickeln, werde dessen Sterblichkeit vergleichsweise gering gehalten.

 

Auch die lange Lebensphase der Frauen nach der Menopause helfe beim Ausgleichen der Kosten-Nutzen-Rechnung, weil sie ebenfalls zur guten Pflege der hilflosen Nachkommen beitrage. Barrickman geht sogar noch einen Schritt weiter: In ihren Augen ist es nicht einmal unbedingt ein Nachteil, mit einem unfertigen Gehirn zur Welt zu kommen, wie es bei Menschenaffen und Menschen der Fall ist. Vielmehr besitze ein Gehirn während des Wachstums eine Flexibilität, die es später nicht mehr habe und die es Kindern ermögliche, sich auf nahezu jede Umgebung einzustellen.

 

Quelle: RP-Online

 

 


 
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