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Auch erkältet? Es wird wieder geschnupft und gehustet. Was hilft – Was hilft nicht?

Irrtümlicher Weise glauben viele Menschen, eine Erkältung entsteht durch eine Unterkühlung. Natürlich kann es sein, dass der Körper durch eine Unterkühlung geschwächt ist. Ursache sind aber meistens Viren. Durch das Niesen und Husten von Erkrankten entstehen kleinste Tröpfchen, die die Viren durch die Luft tragen.



Sie können eingeatmet werden und infizieren dann die oberen Atmungsorgane. Aber auch an Händen und Gegenständen lauern sie auf passenden Nährboden – den wir Menschen ihnen bieten. Dass Erkältungen im Winter häufiger auftreten als im Sommer, liegt daran, dass wir uns mehr in geschlossenen und geheizten Räumen aufhalten – ideale Bedingungen für Viren.

 

 

Wie reagiert der Körper auf den Virenbefall?

Die Erkältungsviren vermehren sich in den Zellen der Schleimhäute. Der Körper reagiert mit einer Entzündungsreaktion: Das Gewebe schwillt an, wird rot und schmerzt.

 

 

Der gesunde Organismus versucht seine Schleimhäute frei von Krankheitserregern zu halten. Er produziert Schleim, der wichtige Abwehrstoffe enthält sowie Erreger und tote Zellen abtransportiert. Dazu sind die Flimmerzellen mit ihren Flimmerhärchen zuständig. Viele Viren vermehren sich aber in Flimmerzellen und töten diese. Der Schleim wird außerdem durch die Entzündung zähflüssig, der Transport gerät ins Stocken und die verbleibenden Flimmerhärchen verkleben. Die Symptome: Schnupfen und Husten.

 

 

Was hilft nicht?

Antibiotika helfen nicht gegen Viren. Leider werden sie viel zu häufig verschrieben mit der Begründung, ein geschwächter Organismus sei für bakterielle Infektionen anfälliger. Sorgloses verordnen von Antibiotika fördert die Entwicklung von resistenten Keimen. So kommt es immer häufiger vor, dass Antibiotika unwirksam werden. Es sollte also sehr sorgfältig abgewogen werden, ob der Einsatz sinnvoll ist.

 

 

Was hilft?  Ist gegen Erkältung wirklich kein Kraut gewachsen?

Die Medizin hat wirklich kein wirksames Mittel gegen Erkältungsviren, es können nur die Beschwerden gelindert werden. Bei Kopf- und Gliederschmerzen  ist gegen Paracetamol – kurzzeitig – nichts einzuwenden. Acetylsalicylsäure, Metamizol und NSAR (Nicht Steroidale Anti-Rheumatika) haben eine höhere Nebenwirkungsrate und sind daher nicht Medikamente der ersten Wahl.

 

 

 

Schnupfen behandeln:

 

 

  • Myrtol aus der Myrte hat nachweislich einen abschwellenden Effekt auf die Nasenschleimhaut, sowie eine entschleimende Eigenschaft.
  • Nasentropfen mit Wirkstoffen wie Naphazolin, Xylometazolin verbessern die Befindlichkeit und lassen die Schleimhäute abschwellen. Sie können aber die Krankheit nicht verkürzen. Achtung: eine übertriebene Anwendung trocknet die Schleimhäute aus.
  • Die wirksame Behandlung von Infekten der oberen Luftwege mit Zink konnte nur in 2 von 7 Studien gezeigt werden.

 

 

Tipps, wie Sie sich und andere Menschen vor einer immer wiederkehrenden Erkältung schützen:

 

  • Indem Sie Taschentücher nicht bis in die letzte Ecke nutzen, sondern nach einmaligem Gebrauch in die Kochwäsche oder besser in den Müll geben (Einmaltücher).
  • Waschen Sie sich die Hände nach dem Niesen, Naseputzen oder nach dem Berühren der Mund-Nasenpartie, um auf diesem Weg keine Viren zu übertragen. Denn Erkältungsviren überleben mehrere Stunden auf der Hautoberfläche.
  • Meiden Sie – ohne ein Einsiedlerleben zu führen, das macht eher noch anfälliger – unnötige Menschenansammlungen und Enge in den Erkältungsmonaten.
  • Beugen Sie einer Erkältung vor, indem Sie Ihren Körper und Ihre Abwehrkräfte regelmäßig mit Sauna-Besuchen stärken, eine normale, ausgewogene und gesunde Lebensweise führen.
  • Apfelessig oder Obstessig ist ein echter Fitmacher für das Abwehrsystem. Ebenso Knoblauch. Sie wirken heilend und vorbeugend. Sie sollten regelmäßig verzehrt oder eingenommen werden.
    Rezept:
    Als einfacher Drink zu empfehlen: 2 Teelöffel Knoblauch-Essig in ein Glas Wasser geben und vor den Hauptmahlzeiten trinken

 

Wann muss ich zum Arzt?
Wenn hohes Fieber (39 Grad, rektal gemessen) länger als zwei Tage anhält. Auch bei Verdacht auf eine echte Grippe, die durch andere Viren ausgelöst wird – so genannte Influenza-Viren – sollte der Arzt aufgesucht werden! Die Symptome sind sofort hohes Fieber (39 bis 40 Grad), heftige Kopfschmerzen und starkes Krankheitsgefühl.

 

 

Autoren: Dr. Berthold Musselmann, Dr. Corinna Cappellaro

 

 

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