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Schullärm bedeutet Dauerstress

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft weist erneut auf die gesundheitsgefährdenden Belastungen durch Lärm in Schule und Unterricht hin und fordert das Schulministerium auf, die Lärmschutzmaßnahmen an den Bildungseinrichtungen in NRW deutlich auszuweiten.




Lärm bedeutet Dauerstress in der Schule. Wenn wir Schüler und Lehrer dauerhaft schützen wollen, müssen Lärmpegel dämpfende Baumaßnahmen her, bei der Schulsanierung und beim Neubau", forderte GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber heute in Essen aus Anlass des internationalen Tags des Lärms.

 

 

Lärm vermindere nachweislich die Aufmerksamkeit und die Motivation von Schülerinnen und Schülern und schränke die Konzentrationsfähigkeit erheblich ein. Schwerhörigkeit, Tinnitus und  Stimmprobleme kämen immer häufiger vor. Meyer-Lauber wörtlich: "Die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer knapp über 50, die ein Hörgerät tragen müssen, steigt." Bei hohem Geräuschpegel ergäben sich häufig Kommunikationsfehler, die Unterrichtsqualität sinke erheblich. Mit wenigen Tausend Euro sei ein Klassenraum so umzurüsten, dass Schüler besser lernten und die Lehrkräfte gesund blieben.


 

Sportstunde: Krach wie auf dem Flugplatz
 

Der Lärmpegel in Klassenräumen überschreitet nach Informationen der GEW  häufig die vorgeschriebenen 55 Dezibel, die als belastender Grenzwert für überwiegend geistige Arbeiten angesetzt sind. An untersuchten Schulen schwankt der Schallpegel um die 70 Dezibel, gemessene Spitzenwerte liegen zwischen 80 und 90 Dezibel. In bestimmten Situationen, z.B. einer Sportstunde, werden mit 110 Dezibel Werte wie auf einem Flugplatz gemessen.

 

Lärmforscher wie Gerhard Tiesler plädieren für akustisch-ergonomisch gestaltete Klassenräume, von denen alle im Unterricht profitieren können. Wenn Klassenräume mit lärmabsorbierenden Materialien ausgestattet werden, verringern sich die Nachhallzeiten, der Lärmpegel sinkt, die Sprachverständlichkeit steigt und damit auch die Konzentrationsfähigkeit, die Gedächtnisleistung und die Lernfähigkeit bei Schülerinnen und Schülern insgesamt. In vielen Klassenräumen können Schülerinnen und Schüler in den letzten Reihen wegen des Nachhalles nicht verstehen, was der Lehrer vorne sagt; für viele Kinder ist die physikalische Anstrengung des Zuhörens so groß, dass sie nach kurzer Zeit ermüden. Ein akustisch ungünstig gestalteter Klassenraum gefährdet den Schulerfolg von vielen Kindern in beachtlichem Maße.

 

http://www.gew-nrw.de/presseinfos/Presse200813.cfm

 

Berthold Paschert
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Landesverband Nordrhein-Westfalen
Nünningstr. 11
45141 Essen
 

Tel.: 0201-29403-12
Fax. 0201-29403-51
mail: berthold.paschert@gew-nrw.de
 


 
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