Nun fordert Prof. Dr. Mechthild Habermann vom Institut für Germanistik der
Universität Erlangen-Nürnberg zusammen mit den Prüfern für die Staatsexamina an
den Bayerischen Universitäten im Fach "Deutsche Sprachwissenschaft" in einem
Schreiben an den Bayerischen
Kultusminister Siegfried Schneider: "Der Anteil
des Grammatikunterrichts in der Schule muss unbedingt erhöht, der Umfang der
Grammatikausbildung für die Lehramtsstudierenden aller Schularten ausgeweitet
werden."
Den Kurztest, mit dem das Grammatikwissen der bayerischen
Germanistikstudenten im letzten Wintersemester überprüft wurde, schlossen mehr
als ein Drittel der Studierenden mit "mangelhaft" oder "ungenügend" ab, weniger
als zehn Prozent der Studierenden konnten den Test mit "befriedigend" oder
besser absolvieren. Dabei konnten bayernweit keine signifikanten Unterschiede
festgestellt werden, auch das Abschneiden der Teilnehmer aus anderen
Bundesländern machte keine Unterschiede erkennbar. Lediglich Studierende aus
Österreich, die an der Universität Passau immatrikuliert sind, schnitten
deutlich besser ab. Alarmiert zeigten sich die Wissenschaftler über die
Antworten der Abiturienten bei sehr einfachen Fragen zu Grundlagen der
Schulgrammatik - Stoff, der in der siebten und achten Klasse behandelt wird. So
erkannten beispielsweise 77 der Teilnehmer "käme" nicht als Form des
Konjunktivs Imperfekt, 88 Prozent bestimmten "manche" nicht als Pronomen, 87
Prozent "dort" nicht als Adverb.
Prof. Mechthild Habermann, die gemeinsam mit ihren bayerischen Kollegen den
Test entwickelt und durchgeführt hat, fordert deutliche Konsequenzen: "Der
Anteil des Grammatikunterrichts muss von der Sekundarstufe I bis zum Abitur
unbedingt erhöht werden, der Umfang der
Grammatikausbildung für die
Lehramtsstudierenden aller Schularten muss ausgeweitet, die Prüfungsanteile den
Notwendigkeiten angepasst werden." In einem Gespräch mit dem Minister möchten
nun die Hochschullehrer das weitere Vorgehen abstimmen, denn: "Wir brauchen die
Unterstützung des Ministeriums bei unseren Bemühungen, die Defizite bayerischer
Schülerinnen und Schüler sowie der Studierenden an bayerischen Hochschulen zu
beheben", so Prof. Habermann.
Prof. Dr. Mechthild Habermann
Tel.: 09131/85-29353
mechthild.habermann@g
er.phil.uni-erlangen.de


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