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Auswahl der Elite-Unis / Wissenschaftsminister Austermann sieht Bayern durch Seilschaften bevorzugt

Frankfurt/Main (rpo). Bei der Auswahl der drei Elite-Unis ist es offenbar zu einem Streit zwischen Forschern und Politikern gekommen. Der schleswig-holsteinische Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) kritisierte, die Minister hätten die Entscheidung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) nur noch abnicken können.



Das Entscheidungsverfahren sei erst kurz vor der Sitzung des Bewilligungsausschusses so verändert worden, dass die Wissenschaftsminister praktisch keinen Einfluss mehr auf den Ausgang gehabt hätten, sagte Austermann dem Online-Magazin "FAZ.NET". "Wir konnten das nur noch abnicken."

 

Zur Konzeption des Exzellenzwettbewerbs gehöre es, dass Bund und Länder am Ende gemeinsam mit den 27 wissenschaftlichen Gutachtern die Entscheidung fällen. Dagegen habe der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Ernst-Ludwig Winnacker, verstoßen, sagte Austermann. Es habe eine "zweistündige erregte Diskussion" gegeben, in deren Verlauf einige Minister beinahe den Rücktritt von Winnacker vom Vorsitz des Gremiums gefordert hätten. Auch Bundesforschungsministerin Annette Schavan sei über die geänderten Abstimmungsmodus erzürnt gewesen.

 

Netzwerke und Seilschaften

Austermann erklärte, ein Kieler Forschungsprojekt über Entzündungen sei von den Gutachtern als exzellent bewertet worden, aber ohne Angaben von Gründen herabgestuft worden, um bayerischen Projekten Platz zu machen. "Bayern hat jetzt mehr Graduiertenschulen und Exzellenzcluster, als von der Begutachtung her berechtigt sind", kritisierte der Minister. Die Umschichtung habe es erst möglich gemacht, dass nur die beiden Münchner Universitäten und Karlsruhe bei der Prämierung der "Zukunftskonzepte" erfolgreich gewesen seien.

 

"Eingespielte Netzwerke und Seilschaften in der DFG" hätten dafür gesorgt, dass nicht nur nach Exzellenzkriterien entschieden worden sei, sondern auch dem bisherigen Erfolg in der DFG-Förderung, erklärte der Kieler Minister. Die Sieger in der ersten Runde der so genannten Exzellenzinitiative sollen bis 2011 mit durchschnittlich rund 21 Millionen Euro pro Jahr gefördert werden.

 

Der stellvertretende Generalsekretär des Stifterverbands Deutsche Wissenschaft, Volker Meyer-Guckel, wies Kritik am Auswahlverfahren zurück und bezeichnete die Entscheidung für die Unis in München und Karlsruhe als "klug und weise". Die Auswahl der drei Elite-Hochschulen zeige, "dass wirklich nur forscherische Exzellenz und keine regionalpolitischen Befindlichkeiten berücksichtigt" worden seien, sagte Meyer-Guckel am Samstag im Deutschlandradio.

 

Deutsches Unis nur "gehobenes Mittelmaß"

Er forderte die Unterlegenen auf, nicht zu schmollen und über die Auswahlkriterien zu schimpfen. Guckel verwies darauf, dass zwar alle deutschen Unis in der Vergangenheit "gehobenes Mittelmaß" erreicht hätten, aber keine in einem internationalen Ranking unter den 50 Top-Unis gelandet sei.

 

Hamburgs Wissenschaftssenator Dräger räumte im NDR ein, dass sich die Unis im Norden in der Vergangenheit stark auf die Lehre konzentriert hätten und deshalb "einigen Nachholbedarf" bei der Forschung haben. Gleichwohl rechnete er sich für die nächste Vergaberunde gute Chancen aus. Pieper verwies darauf, dass für die ostdeutschen Hochschulen noch immer "fairen Möglichkeiten" fehlten, um die jahrzehntelangen Wettbewerbsnachteile aufholen zu können. Dies müsse bei künftigen Bewertungen stärker berücksichtigt werden.

 

Die Technische Universität München, die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Technische Universität Karlsruhe waren gestern zu den ersten deutschen Eliteuniversitäten gekürt worden. Das teilte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) teilte am Freitag in Bonn mit. Die Sieger der Förderlinie "Zukunftskonzepte" in der ersten Runde der so genannten Exzellenzinitiative sollen bis 2011 mit durchschnittlich rund 21 Millionen Euro pro Jahr gefördert werden.

 

http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/wissenschaft/bi ldung/356181


 
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