So haben der Umfrage zufolge mehr als drei Viertel der Internetnutzer schon
einmal etwas bei Wikipedia gesucht. Nur vier Prozent haben allerdings bisher
aktiv Einträge verfasst. Ähnlich gestaltet sich das Bild bei YouTube: Hier hat
zwar bereits jeder zehnte Jugendliche einmal ein Video eingestellt. Drei
Fünftel nutzen die Seite aber nur passiv. Auf MySpace haben lediglich sieben
Prozent der befragten Jugendlichen schon einmal einen Eintrag verfasst. "Es
gibt eine ganze Reihe von Communities. Die Frage ist, ob sich das Interesse der
Jugendlichen nicht einfach auf viele Inhalte verteilt", erklärt
MPFS-Geschäftsstellenleiter Thomas Rathgeb im Gespräch mit pressetext.
Insgesamt sei das Online-Verhalten der jungen User in punkto Informationen und
Unterhaltung eher ein Nehmen als ein Geben.
Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie 2007
http://www.ard-zdf-onlinestudie.de. Demnach
dient das Internet der Mehrheit der Anwender weiterhin vor allem der
Beschaffung von Informationen. Web-2.0-Angebote werden zwar mittlerweile von
nahezu allen Internetusern genutzt. Im Vordergrund stehe aber der passive Abruf
und nicht das aktive Erstellen von Inhalten, heißt es in der Studie. So haben
erst sechs Prozent der Nutzer von Web-2.0-Portalen schon einmal einen Beitrag
für Wikipedia verfasst, sieben Prozent einen Film in ein Videoportal
eingestellt und zwei Prozent einen eigenen Avatar in einer virtuellen Welt wie
Second Life geschaffen.
Insgesamt sind Computer und Internet weiter auf dem Vormarsch. Laut
JIM-Studie verfügen mehr als zwei Drittel der deutschen Jugendlichen inzwischen
über einen eigenen PC oder ein Laptop. 45 Prozent können von Zuhause ins
Internet gehen. Insgesamt verbringen 93 Prozent der Jugendlichen - zumindest ab
und zu - Zeit im Netz. Die meisten von ihnen sind intensive Nutzer: 83 Prozent
gehen mehrmals pro Woche bzw. täglich ins Internet.
Die JIM-Studie ist in diesem Jahr zum zehnten Mal erhoben worden. Die Gesamtergebnisse sollen Ende November dieses Jahres vorgestellt werden. Der Medienpädagogische Forschungsverbund ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz. Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk.


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