"Hier setzen sich die Schüler inhaltlich mit den Themen auseinander und das auch über die eigene Schule hinaus." Inhaltlich seien diese Informationen zwar meist schon an anderen Stellen im Netz zu finden, jedoch nicht in dieser Form. "Ich sehe den Vorteil vor allem in der Art und Weise, wie hier Wissen ausgetauscht wird", sagt Croll. Auf Portalen wie hausarbeiten.de oder diplomarbeiten24.de könne eine Zielgruppe ihre Werke publizieren, die sonst keine Möglichkeiten dazu hätte.
Die Angebote hausarbeiten.de und diplomarbeiten24.de sind Teil des Grin-Verlags in München. Schüler und Studenten können kostenlos Hausarbeiten, Diplom- oder Bachelorarbeiten hochladen und sie kostenlos oder für einen selbst festgelegten Betrag anderen Anwendern anbieten. Die Sammlung auf hausarbeiten.de umfasst derzeit rund 89 500 Texte, von denen etwa 17 000 kostenlos zu lesen sind. Wer sich nur für letztere interessiert, muss sich nicht registrieren. Für den Upload oder kostenpflichtigen Download ist eine Anmeldung nötig. Auf dem Referateportal www.fundus.org, das die Firma Sonixmedia in Wien betreibt, werden die Nutzer weder zur Kasse gebeten, noch müssen sie sich registrieren. Eigene Arbeiten können über ein Uploadformular oder per E-Mail eingesendet werden. Alle personenbezogenen Angaben sind optional.
Die meisten Hausaufgabenportale leben vom Geben und Nehmen. "Nur durch neue Beiträge kann die Seite an Qualität gewinnen", sagt Lukas Dössel, Student aus Mainz. Er hat die Schülercommunity www.e-hausaufgaben.de noch als Schüler gegründet und betreibt die Seite heute als Hobby neben seiner Promotion. Im Supportforum posten Schüler und inzwischen auch Studenten mehrere tausend Fragen und Antworten am Tag. Wer mitmachen möchte, muss registriert sein.
Generell spreche nichts dagegen, sich auf Hausaufgaben- oder Referateportalen anzumelden, sagt Sebastian Spooren vom Institut für Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen. Sofern man in Foren aktiv ist, müsse der Seitenbetreiber nach der Forenhaftung auch wissen, wer dort unter einem Benutzernamen seine Meinung kundtut. Persönliche Daten sollten jedoch nicht öfter als nötig angegeben werden. "Man sollte sich vor jeder Registrierung fragen, ob sie sinnvoll ist, also ob man das Portal mehr als einmal in Anspruch nehmen möchte", rät Spooren. Gegebenenfalls sollten immer nur die obligatorischen Felder ausgefüllt werden und keine zusätzlichen Angaben zu Einkommen und anderen privaten Dingen gemacht werden. Wie Jutta Croll von Digitale Chancen weist Spooren darauf hin, vor Registrierungen im Internet die Allgemeinen Geschäfts- und Datenschutzbedingungen zu lesen. Dadurch entgehe man unter Umständen möglichen Kostenfallen.
Auch das Urheberrecht darf nicht außer Acht gelassen werden: "Sofern man Texte selbst verfasst hat und sie anderen zur Verfügung stellt, gibt es keine Probleme", erklärt Christian Solmecke, Rechtsanwalt und Urheberrechtsexperte aus Köln. Aufpassen müsse man jedoch beim Zitieren: Wer Zitate nicht kenntlich macht, verletzt schnell das Urheberrecht eines fremden Autoren.
Ein besonderer Hinweis gilt für Schüler, die sich als Uploader auf dem Portal www.klassenarbeiten.net bewegen: Die jugendlichen Seitenbetreiber aus Tübingen weisen ausdrücklich im Impressum darauf hin, dass sie Lehrer um Prüfungsentwürfe bitten. Solmecke warnt insofern alle Schüler, die ihren Lehrern Arbeit abnehmen möchten und selbst die Zettel auf den Scanner legen: Klassenarbeiten seien sogenannte "geistige Schöpfungen" der Lehrer. Schüler verletzen deren Urheberrechte, wenn sie die Arbeiten ohne Zustimmung veröffentlichen.


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