Die Ankündigung löste eine heftige Kontroverse unter den Politikern des
Landes aus. Tamir, die der Arbeiterpartei angehört, sieht sich mit
Rücktrittsforderungen der israelischen Rechten konfrontiert, während arabische
Abgeordnete der Knesset die Genehmigung des Schulbuchs begrüßen, berichtet die
Neue Zürcher Zeitung.
Die Bedeutung des Schulbuchs, das nur in den Klassen arabischer Schulen Israels verwendet werden soll, für die Beziehungen zwischen arabischen und jüdischen Israelis sei jedoch gering, wie Nahost-Experte John Bunzl vom Österreichischen Institut für Internationale Politik http://www.oiip.at im pressetext-Interview sagt. "Man kann es von zwei Seiten sehen: Es ist zu wenig und zu spät oder auch `besser zu spät als nie´". Die Situation liegt jedoch sehr im Argen", so Bunzl über die Situation am Schulsektor.
Der arabische Schulsektor ist nicht autonom, sondern wird vom
Erziehungsministerium bestimmt, jedoch kaum von arabischen Pädagogen. So
müssten arabische Schüler viel mehr über jüdische Religion und Geschichte
lernen als ihre jüdischen Schulkollegen, die in der Schule kaum etwas über ihre
arabischen Mitbürger erfahren, so Bunzl. Die Kontroverse im Land über das
Schulbuch bezeichnet er als "Sturm im Wasserglas".
In dem Buch findet das Wort "Nakba" genau ein Mal auf Seite 134 Erwähnung, berichtet die Jerusalem Post. In Folge wird geschildert, dass der Krieg zu Vertreibung und Flucht der Palästinenser führte. Tamirs Vorgängerin Limor Livnat vom Likud warnte, dass die Erwähnung der arabischen Sicht auf den Krieg von 1948 die Schüler dazu verleiten könnte, die Waffen gegen Israel zu erheben. Zevulun Orlev, Parteiführer der Nationalen Religionspartei (NRP) forderte Premierminister Ehud Olmert auf, Tamir zu entlassen. Die arabische Minderheit macht 20 Prozent der Bevölkerung Israels aus.
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Linda Osusky
email: osusky@pressetext.com
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