Die Kulturstiftung des Bundes hat sich bewusst für ein Kulturstadt-Projekt entschieden, das sich daran orientiert, was die Kulturstadt-Region in Zukunft braucht, welchen Beitrag die Kunst dabei leisten kann und wie das Projekt Themen von europäischem Maßstab berücksichtigen kann. Vor diesem Hintergrund entstand in Gesprächen mit Künstlern und Kulturpolitikern, Soziologen und Intendanten, Lehrern und Amtsleitern, Sozialarbeitern und Bürgermeistern im Ruhrgebiet die Idee eines Projektes, das die Kultur in der Region auf breiter Ebene und langfristig fördert:
Alle Grundschulkinder im Ruhrgebiet - insgesamt 212.000
Schüler/innen - sollen die Möglichkeit bekommen, über einen Zeittraum von vier
Jahren (2007 bis 2010) ein bis zwei Mal wöchentlich qualifizierten
Instrumentalunterricht mit einem ihnen persönlich zur Verfügung stehenden
Instrument ihrer Wahl zu erhalten.
Die Kulturstiftung des Bundes entwickelt damit eine in Bochum
entstandene Idee weiter und baut sie zu einem flächendeckenden Angebot an alle
Grundschüler/innen im Ruhrgebiet aus. Sie verbindet Kompetenzen der
Musikschulen mit Ressourcen an Grundschulen, um der kulturellen Bildung einen
nachhaltigen Anschub zu geben. Die Stiftung setzt damit ein weithin sichtbares
Zeichen, wie kulturelle Bildung als Grundversorgung verwirklicht werden kann.
Das Programm soll in einer gemeinsamen Kraftanstrengung der
Kulturstiftung des Bundes, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kommunen und der
Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand umgesetzt werden. Das Vorhaben
wird durch Spenden aus der Wirtschaft und von Privatpersonen unterstützt. Das
Land Nordrhein-Westfalen hat zugesagt, das Projekt über das Jahr 2010 hinaus zu
fördern und damit für dessen Nachhaltigkeit zu sorgen.
Das Konzept
Jedem Kind ein Instrument versteht sich als Ergänzung zum regulären Musikunterricht und arbeitet mit den vor Ort bestehenden Musikschulen zusammen, um einen qualifizierten Instrumentalunterricht zu gewährleisten. Bereits bei der Einschulung ihrer Kinder werden die Eltern über das Projekt informiert und erfahren, dass die Instrumente allen Kindern im Rahmen des Programms kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Schüler/innen erhalten die Instrumente als Leihgabe und sollen sie selbstverständlich zum Üben mit nach Hause nehmen können.
Für die Kinder der ersten Klasse steht die spielerische Heranführung an Rhythmus und Notation sowie das Kennenlernen verschiedener Instrumente im Mittelpunkt der Jedem Kind ein Instrument-Stunden. Durch das gemeinsame Unterrichten von einem Tandem aus Grundschullehrer/innen und Musikschullehrer/innen ist eine intensive pädagogische Betreuung möglich. Genauso wichtig ist der Kulturstiftung des Bundes aber die Gewährleistung einer professionellen Instrumentalausbildung.
Ab der zweiten Klasse startet der Instrumentalunterricht in Kleingruppen für 4 - 6 Kinder pro Lehrer. Jedes Kind darf sich sein Instrument aussuchen. Unangefochtenes Lieblingsinstrument dürfte die Gitarre sein, gefolgt von der Geige und der Querflöte. Aber auch Akkordeon oder die türkische Baðlama (pers.: Saz) sind im Angebot. Die Streicher werden in einer Gruppe gemeinsam unterrichtet, ebenso wie die Holzbläser und die Blechbläser. Die Kinder erleben so bereits in den Unterrichtsstunden den charakteristischen Ensembleklang und erlernen schon früh das gemeinsame Musizieren.
Ab der dritten Klasse kommt zum Instrumentalunterricht das Ensemblespiel im Orchester hinzu. Jahrgangsübergreifend üben die Kinder einmal wöchentlich das Zusammenspiel als Schulorchester. Dass es hierbei neben der musikalischen Erfahrung auch besonders um die sozialen Aspekte geht, ist offensichtlich. Dazu gehört auch der gemeinsame Auftritt als Orchester: Am Ende eines jeden Schuljahres steht das große Abschlusskonzert in der Philharmonie oder dem Konzerthaus. So lernen die Kinder nicht nur den backstage-Bereich der Konzerthäuser kennen, sondern erleben auch Lampenfieber, Scheinwerferlicht und Applaus.
Für das Kulturstadtjahr 2010 ist ein großes Konzert als Beitrag aller Grundschulkinder zum Kulturhauptstadtprogramm geplant.
Die Kulturstiftung des Bundes richtet ein Projektbüro zur Koordination aller Beteiligten ein.
Weitere Informationen unter:


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