Der Umfrage zufolge sind 56 Prozent der Deutschen der Meinung, dass zwischen Christentum und Islam ein "Kampf der Kulturen" im Gange ist. Vor rund zwei Jahren waren es noch 46 Prozent. Sogar 58 Prozent der Bundesbürger befürchten Spannungen in Deutschland mit der muslimischen Bevölkerung, 46 Prozent erwarten in nächster Zeit Terroranschläge.
Nach Ansicht des Allensbacher Instituts liegt es nahe, in dem "wachsenden Misstrauen" gegenüber der Rolle des Islam eine Reaktion auf Ereignisse wie "Ehrenmorde" und die Probleme an der Berliner Rütli-Schule mit ihrem hohen Ausländeranteil zu sehen. Hinzu komme die intensive Debatte über das Staatsangehörigkeitsrecht.
Das Institut sieht in Deutschland die Gefahr eines Prozesses der "Entfremdung" zwischen den Muslimen und der traditionellen Bevölkerung, der als "Beginn einer Konfliktspirale" angesehen werden könne. Es warnte: "Die Vorstellungen der Deutschen über den Islam waren bereits in den vergangenen Jahren negativ, doch sie haben sich in der jüngsten Zeit noch einmal spürbar verdüstert." So teilten im Mai dieses Jahres 83 Prozent der Befragten die Ansicht, der Islam sei von Fanatismus geprägt. Vor zwei Jahren waren es 75 Prozent.
Der Islamrats-Vorsitzende Ali Kizilkaya nannte die Ergebnisse der Umfrage "erschreckend". Es müsse nun überlegt werden, wie der Dialog zwischen den Muslimen und der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland verstärkt werden könne. Deshalb sollte die Bundesregierung mit den muslimischen Organisationen über Wege sprechen, wie man gemeinsam den Vorurteilen entgegenwirken könne.
Kizilkaya mahnte, es müsse für gegenseitiges Verständnis geworben werden. Die jüngsten Debatten etwa über die Staatsbürgerschaft hätten jedoch "sämtliche Vorurteile gegenüber Muslimen fast amtlich gemacht". Dadurch sei sehr viel Vertrauen zerstört worden.
Quelle: RP-Online
http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/politik/deutsch land/332405


Österreich
Diese Seite per Email weiter empfehlen
Druckversion
Newsletter abonnieren






