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VBE geißelt verbales Fertigmachen: Was Lehrer nicht sollen, darf Bohlen nicht wollen - Rüpel sind schlechte Vorbilder für Schüler

Stuttgart. Zu recht würde sich der Landeselternbeirat aufregen, wenn in der Schule Lehrer beim Deutsch- oder Mathematik-“Casting“ schwache Schüler mit Worten so niedermachen würden, wie es jetzt wieder einmal der „Super­starmacher“ Dieter Bohlen bei nach öffentlicher Anerkennung gierenden Jugendlichen im Fernsehen praktiziert hat, behauptet der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. 




Die poten­ziellen „Opfer“ treten zwar alle - anders als in der Schule - freiwillig an, die destruktive Botschaft jedoch, die über den Bildschirm bei den jungen Zu­schauern daheim ankommt, „ist verheerend“.


Schon einmal reagierte der VBE mit öffentlicher Kritik an dem wenig vorbild­haften „Popmusik-Titanen“ Dieter Bohlen. Ein Richter hatte 2006 in einem Ur­teil festgestellt, dass Bohlen das straffrei tun dürfe, was jedem Normalbürger nicht nur die gute Kinderstube untersagt, sondern was unweigerlich mit einer Geldstrafe geahndet werden würde: Polizisten plump zu duzen.


Der VBE hielt die gerichtliche „Sondergenehmigung“ für den Superstarsucher, für den beleidigende Provokation Masche ist, für äußerst schädlich, da Kinder und Jugendliche sich sehr gerne an (vermeintlichen) Idolen orientierten und de­ren Rüpeleien, Ausfälligkeiten und Ungezogenheiten auf Dauer als „normal“ empfinden würden und diese daher ohne Gewissensbisse nachmachten.


Ob es sich um auf den Boden spuckende oder mit bloßen Fingern Nase schnäu­zende Fußballer, um sich öffentlich prostituierende halbnackte Schlagerstern­chen, um pöbelnde Punk-Rocker, um in Dschungelcamps mit niederen Instink­ten spielende Alt- und Möchtegernstars oder um Nachwuchskandidaten bloß­stellende Superstarmacher handelt: solche Negativvorbilder erschweren durch ihr schlechtes Beispiel, das sie jungen Menschen vorleben, Eltern und Lehrern die an sich schon nicht leichte Erziehungsarbeit von heute. Die Gesellschaft for­dert verstärkt, wieder mehr auf gutes Benehmen, Höflichkeit und Respekt Wert zu legen, akzeptiert aber oder bejubelt sogar bei Showgrößen auf der Bühne und Ballkünstlern auf dem Rasen exzentrische respektive ungehobelte Verhaltens­weisen, die jedem Schüler einen Verweis vom Schulleiter, Nachsitzen zum Nachdenken oder einen „Besinnungsaufsatz“ als Strafarbeit einbringen würden.

 

Verband Bildung und Erziehung (VBE)  -  Baden-Württemberg
Landesgeschäftsstelle Stuttgart, Panoramastraße 31, 70174 Stuttgart, Tel. 0711/2293146
Pressesprecher: Michael Gomolzig - Telefon 07181/82179 dienstlich: 07151/750310

 


 
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