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Mit Musik gegen Intoleranz

Die CD „Starke Stimmen gegen Rechts“ soll in den kommenden Monaten an Schulen in ganz Deutschland verteilt werden. Den Auftakt machte am Dienstag Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) an einer Schule in Brandenburg. 




Am Puschkin-Gymnasium im brandenburgischen Henningsdorf fiel am Dienstag der Unterricht aus. Stattdessen gab es Live-Musik auf dem Schulhof und einen nicht ganz alltäglichen Gast, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Der war an die Schule gekommen, um den Auftakt für die Inititiave „Starke Stimmen gegen Rechts“ zu geben. In den kommenden Monaten sollen 50 000 Gratis-Musik-CDs mit aktuellen Künstlern der deutschen Popsszene an Schulen in der ganzen Republik verteilt werden.



Initiert haben das Projekt unter anderem der „blick nach rechts“, der Verein „Gesicht Zeigen“ und die Internetplattform „Mut-gegen-rechte Gewalt“. Unterstützt werden sie dabei vom Bundesverband der Musikindustrie und der Warner Music Group. Mit der CD soll ein Gegenpol zu den Schulhof-CDs der rechten Szene gesetzt werden. „Ich hoffe, dass aus diesem Projekt etwas Dauerhaftes wird, etwas das Verbreitung findet“, sagte Außenminister Steinmeier.

Vorbildliches Engagement

Die Schüler am Puschkin-Gymnasium brauchen die CD eigentlich nicht, sie setzen sich schon lange gegen Rassismus und Intoleranz ein, sind eine „Schule ohne Rassismus“. Für dieses Engagement gab es das Lob des Außenministers. „Ich bin auch hier, um mich zu bedanken, dass ihr euch dauerhaft gegen Rechts einsetzt. Wir brauchen in Deutschland selbstbewusste Bürger.“

Bedarf, sich zu engagieren gibt es in Brandenburg dennoch genug. Laut Umfragen würden 12 Prozent der Jungwähler rechtsextreme Parteien wählen, 26 rechtsextreme Bands sind in dem Bundesland aktiv. Um dem entgegen zu treten braucht es Zivilcourage. Ob die quasi als Schulfach an der Schule gelehrt werden sollte, darüber diskutierten Schüler und Lehrer des Puschkin-Gmynasiums vor Ort mit Außenminister Steinmeier. Die Schüler erinnerten daran, wie viel Mut dazu gehört, sich für andere einzusetzen. Oft werde nämlich aus dem, der Bedrohte schützen will, selbst der Bedrohte, wie zahlreiche Vorfälle gezeigt hätten. Die Schüler plädierten dafür, in einem Schulfach "Zivilcourage", den Umgang mit bedrohlichen Situationen in Rollenspielen zu üben.

Steinmeier zeigte sich dem Ansinnen aufgeschlossen gegenüber. „Wir müssen Zivilcourage lehren und lernen.“ Dies müsse aber Fächerübergreifend geschehen. Er hoffe darauf, dass sich die tolerante und weltoffene Stimmung, die während der WM vor zwei Jahren geherrscht habe, weiterentwickle. Das sei aber keine Selbstläufer. „Daran müssen wir alle arbeiten“, so Steinmeier.

 

Die CD „Starke Stimmen gegen Rechts“ kann kostenlos beim „blick nach rechts“ bestellt werden.

 

Weitere Informationen unter ...

 

 

 


 
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