"Bei uns gilt das Privatfernsehgesetz, demnach die Fernsehnachrichten den
Grundsätzen der Objektivität und Meinungsfreiheit zu entsprechen haben. Dabei
geht es um Grundsätzliches, in der Gestaltung von Nachrichtensendungen ist aber
niemand eingeschränkt", erklärt Sebastian Loudon von der von der
österreichischen Rundfunkregulierungsbehörde RTR http://www.rtr.at, im Gespräch mit pressetext. Es sei schwer
vorstellbar, dass jemand auf die Idee kommen könnte und sich gegen die
Grundsätze der Objektivität stellt, fügt Loudon hinzu. In Großbritannien
hingegen glaubt die Medienaufsicht, eine Lockerung der bestehenden Regelungen
würde zu einer breiteren Meinungsvielfalt führen und helfen, Seher
zurückzugewinnen, die sich derzeit von der Homogenität der Nachrichten
abgestoßen fühlen.
Laut Ofcom werde es immer schwieriger die
Objektivitätsrichtlinien durchzusetzen, während gleichzeitig immer mehr
unkontrollierte Videoinhalte im Internet verbreitet werden, die von den Nutzern
denselben Informationswert wie TV-Nachrichten besitzen. Mittlerweile sagen rund
50 Prozent der Jugendlichen in Großbritannien, dass sie Fernsehnews nur noch
dann konsumieren, wenn etwas sehr wichtiges passiert ist. Im Durchschnitt
schauen sich die jungen Zuseher nur noch knapp 40 Stunden Nachrichtenprogramm
innerhalb eines ganzen Jahres im Fernsehen an.
Trotz der Forderung nach
einer Aufweichung der bestehenden Regelungen weist die Ofcom aber auch darauf
hin, dass Objektivität besonders für öffentlich-rechtliche Sender wie die BBC
weiterhin oberstes Gebot bleiben müsse. Und gerade diese TV-Stationen haben mit
dem Seherschwund zu kämpfen und befinden sich unter immer größerem
wirtschaftlichem Druck. Erst kürzlich zeigten Untersuchungen der Ofcom, dass
besonders die ethnischen Minderheiten in Großbritannien Kabelfernsehen
bevorzugen und sich weniger als die Restbevölkerung von den öffentlich-
rechtlichen Sendern angesprochen fühlen (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070622028 ).
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Claudia Zettel
email: zettel@pressetext.com
Tel.
+43-1-81140-314

Österreich
Diese Seite per Email weiter empfehlen
Druckversion
Newsletter abonnieren






