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Kleinere Klassen an Bayerns Schulen

(PR-inside.com) - An Bayerns Schulen sollen künftig mehr Lehrer kleinere Klassen unterrichten. Ein entsprechendes Konzept beschloss die  CSU-Landtagsfraktion am Mittwoch in München, wie Ministerpräsident  Günther Beckstein (CSU) im Anschluss bekanntgab. Dafür sollen 63  Millionen Euro bereitgestellt werden.




München (ddp-bay). An Bayerns Schulen sollen künftig mehr Lehrer kleinere Klassen unterrichten. Ein entsprechendes Konzept beschloss die CSU-Landtagsfraktion am Mittwoch in München, wie Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) im Anschluss bekanntgab. Dafür sollen 63 Millionen Euro bereitgestellt werden. Insgesamt sollen zum Schuljahr 2009/2010 1021 Stellen neu geschaffen werden, davon alleine 300 am heftig umstrittenen achtstufigen Gymnasium (G8). Die Opposition kritisierte die Pläne als unzureichend.

 

Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) sagte, im kommenden Schuljahr sollten höchstens 33 Kinder und Jugendliche eine Klasse besuchen. Bis Ende der kommenden Legislaturperiode solle bei weiterführenden Schulen die Obergrenze von 30 Schülern und bei Grundschulen die Grenze von 25 erreicht sein. Zudem würden künftig die Ganztagsschul-Angebote ausgeweitet. Mit den zusätzlich eingeplanten Mitteln könnten alle Anträge für Ganztagsschulen bewilligt werden, betonte Schneider.

 

Das Konzept sieht überdies vor, die Durchlässigkeit der Schulformen stärker zu fördern. Für Hauptschulen ist laut Schneider eine zusätzliche Förderstunde für die fünfte Jahrgangsstufe geplant. Diese solle mehr Kinder zum Wechsel auf Realschule oder Gymnasium motivieren. Außerdem sollen Grundschullehrer an die weiterführenden Schulen abgestellt werden, damit sie die Kinder besser über die Übertrittsmöglichkeiten beraten können. Beckstein sagte, das Programm solle die Qualität der Bildung weiter voranbringen. Schon jetzt habe in Bayern jedes Kind bessere Chancen als in jedem anderen Bundesland. «Wir stellen die Lehrer ein, die heute auf dem Markt sind», fügte er hinzu.

 

Das Geld für die Bildungsoffensive wird laut Finanzminister Erwin Huber (CSU) aus dem Programm «Bayern 2020» entnommen. Die 63 Millionen Euro sollen dann im Doppel-Haushalt 2009/2010 wieder in das «Programm 2020» zurückfließen. Die zusätzliche Zahl an Lehrern sei «ein gewaltiger Schub», betonte Huber. Das Konzept solle in der kommenden Woche im Haushalts-Ausschuss beraten werden.

 

Der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Gerhard Waschler, lobte den Beschluss als «sehr kraftvolles Signal». Die CSU gehe damit zielgerichtet einen erfolgreichen Weg weiter. Zugleich stellte er klar, die Partei stehe »ganz eindeutig und mehr denn je zu einem gegliederten und durchlässigen Schulsystem«.

 

SPD-Fraktionschef Franz Maget kritisierte die Pläne als «Panikattacke» und «Notoperation». Erst vor kurzem seien an den Hauptschulen 1400 Stellen gestrichen worden, betonte er. «Man gibt jetzt weniger zurück, als man früher abgezogen hat.» Die Bildungspolitik sei seit Jahren «die größte Baustelle» der Staatsregierung und werde sich bei den Landtagswahlen im Herbst zu einem «Schlüsselthema» entwickeln, sagte der SPD-Politiker.

 

Die FDP bezeichnete die Bildungsoffensive als »Mogelpackung«. Die Nachbesserungen zeigten erst in Jahren Wirkung, sagte die bildungspolitische Sprecherin der FDP, Renate Will. »Die blanke Panik vor der Landtagswahl führt den Stift von Kultusminister Schneider.« Die »Hau-Ruck-Maßnahmen« seien eine «Selbstanzeige» jahrelanger Versäumnisse in der CSU-Bildungspolitik. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband und die Philologenverbände begrüßten die beschlossenen Maßnahmen.
(ddp)

 

Quelle: Pr-inside


 
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