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[Thüringen] Die GEW fordert einen Aufbruch in der Thüringer Hochschullandschaft

Die GEW fordert einen Aufbruch in der Thüringer Hochschullandschaft Mehr Demokratie, mehr Qualität in der Bildung und verbesserte Partizipation - Die GEW-Thüringen setzt Erwartungen in den 1. Hochschulgipfel der Thüringer Landesregierung und sieht diese in der Pflicht, die Hochschulen stärker zu unterstützen. Die Bildungsgewerkschaft fordert in einer konzertierten Aktion einen Aufbruch in der Thüringer Hochschullandschaft - hin zu Demokratie, mehr Qualität in der Bildung und zu verbesserter Partizipation.




Wenn der Stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, zum Hochschulgipfel einlädt, um mit Rektoren, Präsidenten, Vorsitzenden der Hochschulräte, Studierendensprechern, Personalräten, Gleichstellungsbeauftragten und den Gewerkschaften GEW und ver.di u.a. bisherige Ergebnisse des Bologna-Prozesses zu diskutieren, dann müssen nach der kritischen Analyse der Thüringer Situation auch Entscheidungen zur Verbesserung der Lage der Studierenden und der Hochschulen erfolgen.

 

Die GEW hat dazu klare Ansagen an die Thüringer Landesregierung. Gegenwärtig studieren an Thüringens Hochschulen etwa 50.000 junge Frauen und Männer,  das sind etwa 340 % der 1991/92 in Thüringen Studierenden (GEW-Erhebung vom Dezember 2009). Für ihre Ausbildung stehen aber nur noch etwa 80 % der Stellen der Jahre 1991/92 zur Verfügung. Unter diesen Rahmenbedingungen leidet die Qualität der Ausbildung. Das Schönreden der Verhältnisse trat in den letzten Jahren an die Stelle kompetenter Hochschul- und Finanzpolitik. Die Entwicklung der Studierendenzahlen und die "verkorkste" Umsetzung des Bologna-Prozesses erfordern deshalb ganz dringend, den Personalbereich an den Hochschulen auszubauen.

 

Die Hochschulen brauchen die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die finanziellen Mittel für eine aufgabengerechte Personalstruktur und Personalausstattung. Die Qualität der Lehre und der Betreuung der Studierenden darf nicht weiter absinken. Denn gute Studienbedingungen beeinflussen ganz entscheidend die individuelle Dauer des Studiums und auch den Start ins Berufsleben. Die Umsetzung des Bologna-Prozesses bedarf dringender Veränderungen, er muss reformiert werden.

 

"Die GEW", so der Landesvorsitzende Jürgen Röhreich, "begrüßt die Absicht der Thüringer Landesregierung, mit den Hochschulen, den Gewerkschaften, den Personalräten und den Studierendenvertretern einen konstruktiven Dialog zur Verbesserung der Hochschuldemokratie einzuleiten."

 


Nach Ansicht der Bildungsgewerkschaft GEW baut Hochschulautonomie auf demokratischen Entscheidungsstrukturen innerhalb der Hochschulen auf. Autonomie der Hochschulen, Freiheit der Wissenschaft bedeuten Freiheit in Verantwortung vor der Gesellschaft. Staat und Gesellschaft können sich dabei nicht aus der Verantwortung für die Hochschulen zurückziehen. Deswegen wird die GEW bei der Evaluation des Thüringer Hochschulgesetzes darauf drängen, dass der Gesetzgeber mit der anstehenden Gesetzesnovelle die Chance zu einer Redemokratisierung der Hochschulen nutzt. Denn mit der in letzten Jahren versuchten und zum Teil auch erreichten Umgestaltung der Hochschulen in unternehmerisch geführte Einrichtungen wurden die demokratische akademische Mitbestimmung und Mitwirkung immer weiter deformiert.



Kathrin Vitzthum
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
GEW Thüringen
Heinrich-Mann-Straße 22
99096 Erfurt
fon: 0361 - 590 95 22
fax: 0361 - 590 95 60
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