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[Berlin] Macht KMK Rückzieher beim Fördern und Fordern? - VBE-Kritik an neuer Förderstrategie

Die Chancen von leistungsschwachen Schülern in den Blick zu nehmen, ist im Grundsatz richtig. Der VBE hofft jedoch, dass der jüngste KMK-Beschluss kein Rückzieher von der Verpflichtung auf das Bildungsprinzip des Förderns und Forderns für alle Schüler ist“, erklärt VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann nach dem KMK-Beschluss vom 04. März.




Beckmann weiter: „Wir erwarten, dass die KMK weiterhin uneingeschränkt zu der Erklärung zum Fördern und Fordern vom Oktober 2006 steht. In dieser Erklärung hatten sich die KMK und alle deutschen Lehrerorganisationen zu einer neuen Lehr- und Lernkultur bekannt, die für alle Schülerinnen und Schüler in allen Schulstufen Wirklichkeit werden sollte.“ Bis heute sei in vielen Ländern nur wenig von der Umsetzung zu spüren.

 

In dem Papier von 2006 werde ausdrücklich darauf verwiesen, so Beckmann, von den Interessen und Stärken der Schülerinnen und Schüler auszugehen, aber auch deren Schwächen zu analysieren und geeignete Fördermaßnahmen zur Leistungssteigerung mit Blick auf den jeweiligen individuellen Lernprozess zu entwickeln. „Wer dies ernsthaft verwirklichen will, muss die Bildungsinvestitionen deutlich erhöhen und Geld und die notwendigen Ressourcen für die frühkindliche Bildung und individuelle Förderung in allen Schulen bereitstellen“, fordert Beckmann.

 

„Die neue Förderstrategie der KMK bedeutet eine Einschränkung der Positionen, die seit 2006 auf die Umsetzung warten“, kritisiert der VBE-Bundesvorsitzende. „Kein Land darf sich aus der Verantwortung mogeln, allen Kindern mehr Zeit zu geben. Sie brauchen Zeit sich zu entwickeln. Deshalb ist es falsch, sie bereits im Alter von zehn Jahren nach wissenschaftlich nicht haltbaren Begabungstheorien auf Schulformen zu verteilen.“ ­

 

Bettina Panse

Referat Presse und Öffentlichkeitsarbeit
VBE-Bundesgeschäftsstelle
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