Auch angesichts des Fachkräftemangels ist der zögerliche Ausbau der beruflichen Schulen fahrlässig", sagte am Mittwoch (01.09.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Die GEW berichtet, dass 2010 teilweise ein Notenschnitt von 2,3 nicht ausreichte, um einen Platz an einem Beruflichen Gymnasium zu erhalten. Das Kultusministerium hat festgelegt, dass der Schnitt von 3,0 als Zugangsvoraussetzung ausreicht.
Die Bildungsgewerkschaft kritisiert die grundsätzliche Ausstattung der Beruflichen Schulen, die seit Jahren ein sogenanntes "strukturelles Unterrichtsdefizit" haben. Das heißt, sie bekommen schon zu Schuljahresbeginn zu wenige Lehrer/innen zugewiesen, sodass auch Unterricht ausfällt, wenn alle Lehrkräfte gesund sind. Im Schuljahr 2009/10 wurden aufgrund fehlender Stellen 18.721 Lehrerwochenstunden nicht unterrichtet, das ist 4,5 Prozent des gesamten Unterrichts. Zusätzlich haben die Lehrer/innen an den Beruflichen Schulen fast 20.000 Überstunden geleistet, um die Schüler/innen nicht so oft nach Hause schicken zu müssen.
Die GEW macht sich auch für eine bessere Bezahlung junger Lehrer/innen an Beruflichen Schulen stark. "Warum wird ausgerechnet das Gehalt der jungen Lehrerinnen und Lehrer abgesenkt? Für viele ist ein Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft attraktiver als am Lehrerpult. Der Lehrermangel an Beruflichen Schulen wird sich weiter verschärfen, wenn die Landesregierung nicht die Gehaltskürzungen bei den Junglehrern zurücknimmt", sagte Moritz. Alle Lehrer/innen in Baden-Württemberg bekommen derzeit in den ersten drei Berufsjahren vier Prozent von ihrem Gehalt abgezogen.
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg
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