GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber fordert von der Landesregierung schnelles Handeln: "Klassengrößen mit mehr als 30 Kindern in der Grundschule darf es nicht geben." In einem ersten Schritt erwartet er, das sofortige Einhalten der Obergrenze von 30 Kindern je Klasse zu garantieren. "In Zukunft", ergänzt der GEW-Chef, "muss darüber hinaus die Klassenstärke in den Grundschulen generell auf 20 Kinder abgesenkt werden."
Meyer-Lauber bezieht sich auf eine ad hoc Umfrage der GEW im Bezirk Detmold. Dort wurden allein 26 Anfängerklassen mit 30 und mehr Kindern gemeldet.
Die amtliche Schulstatistik weist für das Schuljahr 2006/7 allein 6.187 Grundschulklassen mit mehr als 27 Kindern aus. Das ist jede 5. Grundschulklasse. 872 Klassen davon haben sogar eine Klassenstärke von mehr als 30 Kindern.
Die Gewerkschaft befürchtet, dass Zuzüge oder Klassenwechsel aus pädagogischen Gründen in vielen Grundschulen nicht mehr zu realisieren sind. "Kleine Kinder brauchen kleine Klassen - nur so kann eine optimale Förderung wirklich jedes Kind erreichen", betonte Rixa Borns, Landesfachgruppenvorsitzende für die Grundschulen in der GEW. Gerade auch die oftmals benachteiligten Kinder mit Migrationshintergrund oder aus sozialen Brennpunkten profitierten in besonderem Maß von kleinen Klassen.
Internationale Untersuchungen unterstützen GEW
Unterstützt wird die Auffassung der GEW durch eine Studie von Prof. Dr. Hans Brügelmann von der Universität Siegen, der zahlreiche internationale Untersuchungen ausgewertet hat. Demzufolge steigern kleine Klassen die Leistungen und fördern leistungsstarke wie leistungsschwache Kinder. Außerdem reduzierten sie das Sitzen bleiben und führten zu mehr Übergängen an Realschulen und Gymnasien.
http://www.gew-nrw.de/presseinfos/Presse200817.cfm
Berthold Paschert
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Landesverband Nordrhein-Westfalen
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