Hier können Schüler und Eltern in verscheidenen Kategorien (unter anderem Schulleitung, Essens- und AG-Angebot, Mitbestimmung) Schulen Noten von eins bis sechs geben. Und das auch gleich mehrfach. Aktuell steht im Schulradar für Wesel das Konrad-Duden-Gymnasium mit einer 2,7 auf dem ersten Platz. Das Schlusslicht bildet die Martini-Hauptschule in der Stadtmitte mit einer 4,8.
In Pädagogenkreisen ist die Kritik an dem neuen Angebot – wen wundert’s – groß. „Das Ergebnis interessiert mich überhaupt nicht, denn diese Foren bieten keinerlei Objektivität“, sagt Martini-Schulleiter Georg Loessel.
„Öffentlicher Pranger“
Ähnlich sieht es auch Jürgen Berner, Rektor des Andreas-Vesalius-Gymnasiums in der Innenstadt, das mit einer 3,0 bewertet wird. „Bei diesen Angeboten ist der öffentliche Pranger wiederhergestellt.“ Für ihn ist die Seite für Leute, die sich rächen wollen, eine willkommene Gelegenheit, um Frust abzulassen. „Von daher nehme ich diese Sache absolut nicht ernst“, sagt Berner.
Auch in der Gesamtschule am Lauerhaas (Gesamtnote 3,1) in Obrighoven wird der Schulradar konsequent abgelehnt. „Hier findet keine Auseinandersetzung mit Lehrern und Schule statt. Die ganze Geschichte ist einfach nur destruktiv“, sagt Schulleiterin Ursula Hanebeck.
In einem Punkt sind sich übrigens alle Schulleiter einig: Lehrer und Schulen dürfen kritisiert werden, aber niemals in der Öffentlichkeit. „Die anonyme Beurteilung kann das Verhältnis zwischen Lehrern und Schulen nicht fördern“, ist Hans-Christian Heese, stellvertretender Schulleiter der Städtischen Realschule (3,2), überzeugt.
Dass die Ergebnisse des neuen Portals mit Vorsicht zu genießen sind, beweist beispielsweise, dass Günter Kohls, Leiter des Berufskollegs (3,7) in der Feldmark, im Schulradar als Lehrperson benotet wird. „Dabei unterrichte ich überhaupt nicht. Daher kann man diese Seiten wirklich nicht ernstnehmen“, sagt Kohls. Wie seine Kollegen, so ist auch er der Meinung, dass das Internetportal nicht erwähnenswert sei und „komplett ignoriert werden sollte.“
„Kulturlose Plattform“
„Hier nehmen viele Unzufriedene das Angebot wahr, ihren Frust abzulassen“, meint auch Dr. Heinzgerd Schott, der Rektor des Bewertungs-Spitzenreiters Konrad-Duden-Gymnasiums. Ein Dialog zwischen Schülern und Schule, betont Dr. Schott, sei immer möglich und bedürfe keiner „kulturlosen Plattform“.
Quelle: RP-Online


Österreich
Diese Seite per Email weiter empfehlen
Druckversion
Newsletter abonnieren






