Die Forderung nach einem strikteren Schutz von Jugendlichen vor Killer-Spielen war nach dem Amoklauf eines 18-Jährigen im November 2006 an einer Schule im nordrhein-westfälischen Emsdetten laut geworden. Der Amokläufer war Fan solcher Computerspiele.
Nach der neuen Regelung sind künftig Medien verboten, "in denen Gewalthandlungen wie Mord- und Metzelszenen selbstzweckhaft und detailliert dargestellt werden oder Selbstjustiz als einzig bewährtes Mittel zur Durchsetzung der vermeintlichen Gerechtigkeit nahe gelegt wird". Den Vorschlag, Minderjährige als Testkäufer zur Einhaltung der Regeln einzusetzen, hatte Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach Protesten zurückgezogen.
"Ein erster Schritt"
Die Vorsitzende des Bundestags-Familienausschusses, Kerstin Griese (SPD), nannte die Neuregelung einen ersten Schritt, da sich die Technik ständig weiterentwickele. Zwar seien nicht alle Konsumenten gewalthaltiger Computerspiele auch schon aggressiv; allerdings gebe es einen klaren Zusammenhang zwischen den Spielen und dem Verlust an Mitgefühl und sozialem Verhalten. Die freiwillige Selbstkontrolle hat sich nach Grieses Ansicht bewährt. Das Defizit liege allein in ihrer Anwendung.
Antje Blumenthal von der CDU forderte die Eltern auf, stärker hinzuschauen, was Kinder in Fernsehen und Computer konsumieren. Sie verlangte größere Anstrengungen des Handels. Zugleich seien die Länder beim Jugendmedienschutz im Online-Bereich gefordert.
Der FDP-Medienpolitiker Christoph Waitz beklagte, das Gesetz ignoriere aktuelle Studien. Waitz verlangte, den Staatsvertrag zum Jugendmedienschutz zu novellieren, um den Schutz im Internet zu verbessern. Kai Gehring (Grüne) sprach von einer "Mini-Novelle".
Sie sei ineffektiv, verunklare die Begrifflichkeit und verschlafe neue Entwicklungen. Lothar Bisky (Linke) sprach sich vor allem für eine Stärkung der Medienkompetenz aus. Verbote hülfen nicht weiter.
Quelle: RP-Online

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