Von dem Maßnahmenpaket profitieren nicht nur Lehrkräfte sondern auch das Land, denn gesunde und leistungsfähige Lehrerinnen und Lehrer sind Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Bildungssystem“, erklärte Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL heute (24. Juni) anlässlich des gestrigen Gesprächs mit Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW, und Volker Stich, Vorsitzender des Beamtenbundes Baden-Württemberg. Darin einigte sich das Kultusministerium mit den Berufsverbänden auf die Umsetzung des Maßnahmenkatalogs auf Grundlage der Empfehlungen der Arbeitsgruppe „Erhalt der Dienstfähigkeit - Lehrergesundheit - Altersermäßigung“.
„Der Beamtenbund Baden-Württemberg begrüßt den von der Landesregierung beschlossenen Einstieg in ein Gesundheitsmanagement im öffentlichen Dienst. Prophylaxe verhindert ein frühes Ausscheiden aus dem Dienst und ist damit Voraussetzung für die ‚Freiwillige Pension mit 67‘. Ich gehe davon aus, dass in der kommenden Legislatur eine Ausweitung des Gesundheitsmanagements erfolgen muss. Hierbei sollte auch die beachtenswerte Konzeption des Abgeordneten Andreas Hoffmann, CDU, integriert werden“, sagte Stich.
„Ich begrüße, dass die konstruktive Arbeit der gemeinsamen Arbeitsgruppe endlich umgesetzt wird“, erklärte Moritz. „Die Fürsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten erfordert bei der Anhebung der Pensionsgrenze auf 67 wirksame Maßnahmen und altersgerechte Arbeitsbedingungen. Zentrale Aufgabe des Landes ist es, bei Schulleiter/innen Prävention als Führungsaufgabe zu verankern und sie entsprechend zu qualifizieren und mit Zeit auszustatten.“
„Wir wollen die Gesundheit der Bediensteten im Hinblick auf ihre berufliche Tätigkeit nachhaltig, umfassend und ganzheitlich erhalten und fördern“, sagte Wacker. Die beschlossenen Maßnahmen beinhalten unterschiedliche Projekte zum Gesundheitsmanagement. „Gesundheitsprophylaxe durch Stärkung der Beziehungskompetenz“ - dies ist die Leitlinie eines Coachingprogramms für Lehrkräfte, das nach einer Konzeption des Freiburger Professors Joachim Bauer umgesetzt werden soll.
Die „Stimme des Lehrers“ ist ein weiterer Schwerpunkt. „Lehrer sind stimmlich einer besonderen Belastung ausgesetzt, deshalb müssen wir hier unseren Augenmerk auf mögliche stimmliche Probleme im Verlauf der Berufstätigkeit und auf Präventionsmaßnahmen legen“, sagte Wacker. Dazu soll ein Forschungsprojekt finanziell unterstützt werden, das die Grundlage für weitergehende Entscheidungen bildet. Parallel dazu soll ein gezieltes Stimmtraining für die Lehrkräfte angeboten werden.
Die psychomentalen Belastungen werden aktuell im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen an den Schulen erhoben. Daran müssen sich nun Maßnahmen anschließen, um mit den Ergebnissen umzugehen.
Mit Auswertungsworkshops sollen die Lehrkräfte in die Lage versetzt werden zu beurteilen, welche Belastungen und Ressourcen durch das Kollegium selbst beeinflusst werden können. Daran sollen sich weitere Interventionsprojekte anschließen, wie z.B. Veranstaltungen zur Rückengesundheit in der Sonderpädagogik, Coaching zur Belastungs- und Krisenbewältigung aber auch Workshops zur Stressbewältigung. Da der Gesundheitsschutz der Lehrkräfte immer stärker Teil der Führungsaufgaben von Schulleiterinnen und Schulleitern wird, sollen dieser durch neue Fortbildungsreihen besser vorbereitet werden.
Die entsprechende Kabinettsvorlage zum „Gesundheitsmanagement in der Landesverwaltung“ hatte der Ministerrat am 12.04.2010 beschlossen. Damit wurde ein einheitlicher Orientierungsrahmen gesetzt, der jetzt von den einzelnen Einrichtungen der Landesverwaltung spezifisch ausgefüllt wird. Die Arbeitsgruppe „Erhalt der Dienstfähigkeit - Lehrergesundheit - Altersermäßigung“ unter Leitung von Staatssekretär Wacker hatte im Konsens mit den Berufsverbänden im Vorfeld Handlungsempfehlungen erarbeitet und vorgelegt. Zur teilweisen Realisierung dieser Vorschläge werden dem Kultusministerium pauschal drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt, deren Verwendung nun abgestimmt wurde.
Quelle: Ministerium, für Kultus, Jugend und Sport - Baden-Württemberg


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