Eine motivierende und aktivierende Didaktik und Pädagogik ist Voraussetzung einer nachhaltigen Bildung, die den einzelnen bereichert und die Gesellschaft kulturell und wirtschaftlich voran bringt. „Wir brauchen motivierte, kreative und innovative Köpfe“, so Dr. Sven Bade, Vorsitzender des elternbund hessen.
Schulen, die eine Haltung erzeugen, wie sie sich in der häufig zu hörenden Schüleraussage äußert "ich lerne nur kurz vor einer Prüfung, um eine gute Note zu erhalten und anschließend alles möglichst schnell wieder zu vergessen" müssen endlich der Vergangenheit angehören. Schüler dürfen nicht mehr frustriert und gedemütigt werden. Ihre natürliche Wissbegier und ihr Drang, etwas Können zu wollen, muss erhalten bleiben.
Mussten wir sie etwa dazu zwingen, sprechen und laufen zu lernen, oder ihre Umgebung zu explorieren? - Das tun Kinder doch wohl von ganz alleine. Wir unterstützen und ermuntern sie auf liebevolle Weise. Gute Beziehungen sind die Grundlage erfolgreicher Pädagogik. Diese brauchen Zeit, sowohl im Elternhaus als auch in der Schule. Warum zerstören wir in unseren Schulen die ursprüngliche Lernmotivation der Kinder, um sie dann durch Notendruck und andere Zwangsmaßnahmen zu ersetzen? Frustrierte Lehrer frustrieren einen Schülerjahrgang nach dem anderen und erzeugen so wiederum frustrierte Menschen. Durch die so erzeugte Aversion gegen Schule, Lehrer und Lernen, durch den passiven Widerstand der Schüler bis hin zu Unterrichtsstörung und Bullying (Mobbing in der Schule) wird der Unterricht ineffektiv. Viel Zeit und Kraft wird somit sinnlos vergeudet und Schule wird zur Belastung für Schüler, Lehrer und Eltern. In diesem Zusammenhang muss auch über bessere Arbeitsbedingungen für Lehrer gesprochen werden.
Notwendige schulpsychologische und sozialpädagogische Arbeit wird an den meisten Schulen nicht geleistet. Diese muss ein wesentliches Element der Lehrerausbildung werden. Die psychologischen Grundlagen des Lehrens und Lernens, des sozialen Verhaltens, von Gruppen- und Kommunikationsprozessen, müssen mehr berücksichtigt werden.
Soziale und ökologische Verantwortung muss ein wesentliches Ziel sein, damit unsere Gesellschaft die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bestehen kann. Soziales, ökologisches und demokratisches Verhalten können nicht rein theoretisch vermittelt, sondern müssen in Elternhaus und Schule praktiziert werden. Ethik anstelle der Erziehung zu Opportunismus, Heuchelei und dem Anscheinerwecken als wisse und könne man etwas - letzteres hält der geschäftsführende Kultusminister Jürgen Banzer (CDU) für eine wichtige Kompetenz fürs Leben, wie er während seines Rededuells mit dem bildungspolitischen Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion, Mathias Wagner, am 9. Januar 2009 im Internationalen Theater Frankfurt verkündete, kooperatives Verhalten anstelle des Konkurrenzverhaltens, Altruismus anstelle des Egoismus´, Liebe anstelle des Leidens, Lust anstelle der Frustration, hat die Welt dringend nötig.
Unsere Gesellschaft braucht eine neue Schule, die moderne Unterrichtskonzepte auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse anwendet. Die Einteilung in Haupt-, Real-, Förderschule und Gymnasium ist dabei kontraproduktiv. Denn: Die unterschiedlichen Begabungen sind nicht interindividuell sondern intraindividuell, was nichts anderes bedeutet, als dass ein Mensch mathematisch begabt sein kann, und damit in diesem Fach gymnasialfähig, auf sprachlichem Gebiet dagegen aber Förderbedarf hat. Dieser Komplexität von Menschen und ihrer intrapersonalen Differenzierung kann nur ein differenzierender Unterricht gerecht werden.
Alle Menschen haben unserer Auffassung nach das natürliche Recht, und sie sollen die Möglichkeit dazu erhalten, ihre jeweiligen Begabungen zu entwickeln, ihre Potenziale zu verwirklichen, und ihren Neigungen nachzugehen. Dazu muss eine Gesellschaft die geeigneten Bedingungen schaffen. Dies würde das persönliche Glück und den Wohlstand der Nation gleichermaßen erhöhen. Wir sind aus guten Gründen davon überzeugt, dass dies nur durch Überwindung unseres antiquierten gegliederten Schulsystems gelingen kann, in einer guten Schule für Alle.
Dr. Sven Bade
Vorsitzender des elternbund hessen e. V.
Tel. 01522 – 1906577
Geschäftsstelle: Oeder Weg 56, 60318 Frankfurt,


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