Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Marktanalyse von schule-trifftwirtschaft.de. Unterstützt von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung appelliert die Kompetenzplattform für Unterrichtsmaterialien aus der Wirtschaft jetzt an die deutschen Unternehmen, sich für diese Zielgruppe mehr zu engagieren.
Bei der Entwicklung von Lernmaterialen werden Förderschulen von den Unternehmen nicht ausreichend berücksichtigt. Die Bevorzugung der Sekundarstufe in der Disposition von Marketingbudgets für Schulen führt zu einer zusätzlichen Benachteiligung von lernschwachen Schülern. Nach Einschätzung von schule-trifft-wirtschaft.de sollte es im ureigensten Interesse der Wirtschaft liegen, dieses nicht genutzte Potential deutlicher zu fördern. „Angesichts einer Steigerung von rund 20 Prozent bei den nicht besetzten Ausbildungsplätzen geht es um die Qualifizierung jedes Schülers“, urteilt Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Müller-Neuhof, Initiator des unabhängigen Projektes. „Bei der Klassifizierung innerhalb unserer Onlinedatenbank, die Lehrern einen kostenlosen Überblick über das Angebot an Schulmaterialien aus der Wirtschaft bietet, konnten wir die Rubrik Förderschulen mangels Angebot bislang aber noch nicht einrichten.“
Eine Beobachtung, die sich durch Recherchen bei Berliner Förderschulen bestätigte: Spezielle Unterrichtsmaterialien aus Wirtschaftsunternehmen werden bei keiner der befragten Schulen eingesetzt. „Dabei würde entsprechendes Material nicht zuletzt auch die Chancengleichheit der lernschwachen Schüler bei der Bewerbung um eine Berufsausbildung erhöhen“, argumentiert Müller-Neuhof. Denn nach wie vor sind Förderschulen für fast 90 Prozent der Schüler eine schulische Sackgasse. Das belegt das Beispiel Bayern: Von 5.663 Förderschülern erreichten im Abschlussjahr 2005/2006 dort 4910 keinen Hauptschulabschluss. Der Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz 2006 kommt zu dem Ergebnis, „dass fünfmal so viele Schülerinnen und Schüler in Sonderschulen wechseln als von dort zurückkehren.“ Ums wichtiger ist nach Einschätzung von schule-trifft-wirtschaft.de die praktische Vorbereitung auf den Eintritt ins Berufsleben.
Mit fachlicher Unterstützung durch die Wirtschaft könnte dies effizient und qualitativ hochwertig erfolgen. Daher appelliert schule-trifft-wirtschaft.de an die die deutsche Wirtschaft, bei ihrem bildungspolitischen Engagement die Förderschulen mehr zu berücksichtigen. Dies insbesondere mit Blick auf die berufsvorbereitenden Aspekte und Unterrichtseinheiten. „Wer kann Förderschüler besser auf das Berufsleben vorbereiten als die Unternehmen selbst?“, fragt Dr. Peter Hübner, Leiter der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, der den Vorstoß der Kompetenzplattform unterstützt.
Ein einfach zu realisierender Anfang wären Unterrichtsmaterialien, die auf die besondere Lernsituation dieser Schüler eingeht: Praktische und berufsnahe Inhalte, die sprachlich einfach nachvollziehbar sind. Nach Einschätzung von Förderschullehrern gibt es einige Unterrichtsmaterialien für die Grund- und Sekundarstufe 1, die relativ einfach für Förderschulen modifiziert werden können. Als ein Beispiel wurde das Grundschulpaket Post + Schule genannt.
Die Initiative für die Förderschulen wird auch auf der diesjährigen
Hannover Messe eines der zentralen Anliegen der Kompetenzplattform schule-trifft-wirtschaft.de sein. Als Partner der Nachwuchsinitiative TectoYou der Hannover Messe beteiligt sich schule-trifft-wirtschaft.de in Halle 26, Stand F13 an einer Kontaktbörse für Lehrende, Lernende und Wirtschaftsunternehmen. Ziel der Kontaktbörse ist es, den Kontakt zwischen Schule und Wirtschaft zu intensivieren und den Schulen das aktuelle Bildungs- und Berufsknow-how der Wirtschaft transparent vorzustellen. Täglich haben bereits mehrere hundert Schüler und ihre Lehrer ihren Besuch der Kontaktbörse fest zugesagt.
Kontakt Dörte Dussa, schule-trifft-wirtschaft.de; Rheinstraße 46, 12161 Berlin, Telefon (030) 23 08 96-26, Telefax (030) 23 08 96-21, info@schule-trifft-wirtschaft.de
Besuchen Sie uns auf der Hannover Messe! Vom 21.-25.04.08 ist schule-trifft-wirtschaft.de als Präsentationspartner im TectoYou-Lehrerzimmer auf der Hannover Messe. (Halle 26, Stand F13)
Anlage: Prozentuale Verteilung der Unterrichtsmaterialien auf schuletrifft-wirtschaft.de
Vorschule 4 %
Grundstufe 14 %
Sekundarstufe I 31 %
Sekundarstufe II 39 %
Berufsschule 11 %
Förderschulen 0 %
Bildzeile: Fokussierung auf Haupt-/Realschule und Gymnasium – die Analyse der auf www.schule-trifft-wirtschaft.de erfassten Unterrichtsmaterialien aus der Wirtschaft zeigt das Schattendasein der Förderschulen. Während die Sekundarstufen I und II mit insgesamt 70 Prozent reichhaltig Abdeckung finden, ist für Förderschulen kein Unterrichtsmaterial gelistet.
Über schule-trifft-wirtschaft.de
schule-trifft-wirtschaft.de ist eine Initiative der Complan Medien GmbH. Das im Februar 2007 gestartete Projekt bietet als erste zentrale Datenbank bundesweit den rund 670.000 Lehrerinnen und Lehrer aller deutschen Schultypen gezielten, direkten Zugriff auf Angebote von Unterrichtsmaterial aus der Wirtschaft. Das überwiegend kostenfreie Material kommt aus bildungsrelevanten Gebieten wie Gesundheit, Verkehr, Umwelt und Technik. Mittelfristig sollen mehr als 1.000 Einheiten verfügbar sein. Überdies sind die Entwicklung von Qualitätsstandards, ein Gütesiegel für die didaktisch aufbereiteten Angebote sowie die Auslobung von Wettbewerben zur Prämierung von Schulmaterialien geplant.

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