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"RoboKing": Eine Initialzündung für die Zukunft - Bundesweiter Schülerroboterwettbewerb kämpft gegen Fachkräftemangel

Ein Handy und einen MP3-Player finden sich heute in fast jedem Rucksack. Zuhause steht der PC, und wenn es Probleme mit dem  Internetzugang gibt, sind es meist die Kinder, die ihren Eltern  zeigen, wo es lang geht. Deutsche Schüler sind wahrhaft keine 
Technikmuffel - trotzdem denken die wenigsten ernsthaft daran,  Ingenieur zu werden.




www.roboking.de"Obwohl heute schon Ingenieure händeringend  gesucht werden, gehen die Zahlen der Studierenden in den technischen  Richtungen weiter zurück", weiß Prof. Dr. Peter Protzel, Inhaber der  Professur Prozessautomatisierung an der TU Chemnitz.

 

"RoboKing": Impulse für die Zukunft an SchulenDiesem Trend entgegenzuwirken, haben sich die Macher des bundesweiten 
Roboterwettbewerbes "RoboKing" (http://www.roboking.de) auf die Fahnen  geschrieben. Die Macher, das sind nicht nur die Mitarbeiter der  Professur Prozessautomatisierung der Chemnitzer Universität, sondern  auch engagierte Studierende verschiedener Fachrichtungen, die einen  Großteil der Arbeit, von der Projektkoordination und Teambetreuung bis hin zur Eventorganisation, übernehmen. "Unsere Idee war es, auch über  den Wettbewerb hinaus an den Schulen etwas zu verändern. Wir wollen  mit dem RoboKing Impulse setzen, um langfristig  Technik-Arbeitsgemeinschaften an den Schulen so selbstverständlich zu   machen wie Schach- und Theater-AGs", erklärt Prof. Protzel.

 

 

"RoboKing": Ein Erfolgsprojekt stellt sich vor
Das Prinzip hinter dem Erfolgsprojekt "RoboKing" ist denkbar einfach: Technische Zusammenhänge und Vorgänge spielerisch lernen. Jedes Jahr  erhalten die teilnehmenden Schülerteams, bestehend aus drei bis fünf  Mitgliedern und einem volljährigen Teamleiter, eine neue Aufgabe, die  ihr Roboter autonom bewältigen muss. Dabei werden Themenkomplexe insbesondere aus der Elektrotechnik und der Informatik ganz selbstverständlich miteinander vernetzt. Teams, die mit dem Titel  "RoboKing 2008" nach Hause gehen wollen, mussten sich jedoch zuerst  beim Zwischenwettbewerb im November 2007 an der TU Chemnitz beweisen. 

 

"Die Gymnasiasten erhalten hier erstmals die Möglichkeit, ihre Roboter  unter vereinfachten Wettkampfbedingungen, einzeln und ohne Gegner, zu testen", erläutert Prof. Protzel. Beim Zwischenwettbewerb wurden nicht  nur die Programme pausenlos optimiert, sondern auch Spielfelder und  Lichtverhältnisse getestet und die letzten Änderungen per Laptop an  den Roboter übertragen. Die Nachwuchsingenieure lernen so, was  Teamwork wirklich bedeutet, wenn Aufgaben verteilt, Probleme gelöst  und Konflikte bewältigt werden müssen. Alles was sich hinter dem  Schlagwort Projektmanagement verbirgt, muss ebenfalls selbstständig  bewältigt werden: So müssen unter anderem Sponsoren gesucht, Zeitpläne  erstellt und Zwischenziele eingehalten werden. Derartige "Soft skills"  sind ebenso wie kreatives Denken in der heutigen Arbeitswelt wichtige  Voraussetzungen für beruflichen Erfolg. Damit bietet der Wettbewerb  den Teilnehmern eine großartige Möglichkeit, nicht nur ihre fachlichen   Kompetenzen auf spielerische Art und Weise zu verbessern und zu   festigen.

 

Nur die 30 besten Teams aus ganz Deutschland und der Schweiz konnten  sich für das Finale des "RoboKing" auf der CeBIT im März 2008  qualifizieren, bei dem dann immer zwei Roboter im Zweikampf  gegeneinander antreten. Auf das Finale freut sich auch schon Manfred  Remke vom Dionysianum-Gymnasium aus Rheine in Nordrhein-Westfalen. Aus  Erfahrung weiß der Informatiklehrer, dass der Wettbewerb von den  Lehrern und Betreuern nur begleitet werden kann: "Zu 99 Prozent ist  alles die Eigenarbeit der Schüler. Die Zeit, die wir als Lehrer  investieren, ist nur ein Bruchteil von dem, was die Schüler  aufbringen." Wie groß trotz dessen die Begeisterung dafür ist, zeigen  die Zahlen: Gleich fünf Teams desGymnasiums nehmen mit ganz  unterschiedlichen Lösungskonzepten am aktuellen Wettbewerb teil. 

 

Möglich wird dies durch das Engagement vieler. So unterstützt der  Förderverein der Schule, der schnell merkte, wie imageträchtig der  "RoboKing" für das Gymnasium ist, die fünf Teams unter anderem bei der  Finanzierung der Materialkosten für die Roboter und übernimmt die  Übernachtungskosten am Wettkampfort. Pro Team werden etwa 1.000 Euro  benötigt. Geld, das für Manfred Remke gut investiert ist, denn er  beobachtet: "Die Schüler sind viel zukunftsorientierter geworden. Die  meisten wissen auch schon was sie studieren wollen - etwa Informatik,  Maschinenbau oder ein anderes technisches Studium." Worte, die Prof.  Protzel gern hört, ist die Technikbegeisterung doch eines der großen  Ziele des "RoboKing". Andere Teams decken ihre Kosten übrigens mit  Hilfe von Sponsoren aus der jeweiligen Umgebung der Schule. Viele  mittelständische Firmen in ihrer Umgebung sind gerne bereit,  engagierte Schüler und Schulen finanziell und materiell zu unterstützen.

 

Dass Lehrer und Betreuer bei den Wettkämpfen oft nur noch Daumen  drücken können, bestätigt auch Michael Krug vom  Albert-Schweitzer-Gymnasium in Limbach-Oberfrohna: "Wir geben lediglich den Anstoß. Viel mehr bleibt uns auch gar nicht mehr übrig.  Wir haben kaum die Chance, an den Programmen mitzuwirken, weil wir nur  alles durcheinander bringen würden." Das sächsische Gymnasium ist ein  beeindruckendes Beispiel für den Erfolg des "RoboKing". Seit dem  ersten Wettbewerb nimmt es jedes Jahr erfolgreich teil. Mittlerweile  ein gut eingespieltes Team aus Lehrern, Schülern und Familien, die  auch weit in den privaten Bereich hinein eine Mannschaft bilden und  einspringen, wenn es mal knapp wird. "Ich bin immer wieder über die  Selbstdisziplin der Schüler überrascht. Obwohl die Anforderungen sehr  anspruchsvoll sind, finden sie kreative Lösungen. Ohne den  bundesweiten Wettbewerb würde es keine Robotik-AG in Limbach geben,  die über den Unterricht hinaus das Interesse an Technik anregt",  erzählt Michael Krug.

 

 

"RoboKing": Mitmachen ausdrücklich erwünscht
Doch nicht nur Lehrer zollen den teilnehmenden Schülern höchsten  Respekt. "Oft sind sogar gestandene Ingenieure während des Finales auf  der Messe über das technische Niveau und den Einfallsreichtum  hinsichtlich Navigation und Konstruktion der autonomen Roboter erstaunt", weiß Prof. Protzel. Wer sich davon hautnah überzeugen  möchte, sei herzlich auf die CeBIT vom 4. bis 9. März 2008 in die  Halle 24 des Messegeländes in Hannover eingeladen. Wer im nächsten  Jahr selber teilnehmen will, der kann sich schon jetzt auf den   Internetseiten des Wettbewerbes (http://www.roboking.de)  über die  neue Aufgabenstellung des "RoboKing" 2009 informieren. Denn auch im nächsten Jahr werden wieder Schülerteams aus ganz Deutschland gesucht, die die Herausforderung dieses anspruchsvollen Wettbewerbes annehmen.  

 

Bezüglich der Gestaltung und Konstruktionsstrategie des Roboters  werden kaum Regeln vorgegeben. Eine umfangreiche  Wettbewerbsdokumentation erleichtert dabei vor allem  "RoboKing"-Anfängern den Start. Darin werden nicht nur Spielfeld,   Aufgabe und Wettbewerbsbestimmungen detailliert dargestellt, sondern  auch handelsübliche Sensoren und Mikrokontrollsysteme beschrieben  sowie Spielregeln erklärt und andere wertvolle Tipps gegeben. Damit  die jungen Nachwuchsingenieure nicht an finanziellen Hürden scheitern,  ist eine Teilnahme im Gegensatz zu anderen Roboterwettbewerben  kostenlos. Es kann sogar eine Förderung von bis zu 350 Euro bei den  Organisatoren beantragtwerden - eine Initialzündung für die Zukunft,  die sich lohnt.

 

Weitere Informationen erhalten interessierte Schüler und Lehrer von 

Prof. Dr. Peter Protzel, Telefon (03 71) 531 - 24120, E-Mail 
peter.protzel@etit.tu-chemnitz.de, oder im Internet unter 
http://www.roboking.de

 

Autorin: Nicole Leithold


 
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