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Vorschläge gegen den Lehrermangel - Professor Rothe stellt brisante Studie zur beruflichen Bildung vor

Den beruflichen Schulen in Deutschland fehlt es an hinreichend ausgebildeten Lehrkräften. Die Studiengänge an den Hochschulen decken nur etwa die Hälfte des Lehrerbedarfs ab - die übrigen Kräfte sind Seiten- oder Direkteinsteiger.



Mehr als ein Drittel der Lehrkräfte an beruflichen Schulen gewerblich-technischer Fachrichtungen unterrichten zudem in Schulzweigen, die nicht zu einem Berufsabschluss führen und auf die sie fachlich-inhaltlich nicht vorbereitet sind, etwa im Berufsvorbereitungsjahr. Die Folge: Es mangelt an gut ausgebildetem Lehrernachwuchs. Und: Für einzelne Berufsfelder fehlen Ausbildungsmöglichkeiten gänzlich.

 

Wie diesem Missstand abzuhelfen ist, versucht eine Studie zu ergründen, die Georg Rothe, emerierter Professor für Berufspädagogik, jetzt herausgegeben hat. Die wesentlichen Inhalte der Untersuchung "Lehrerbildung für gewerblich-technische Berufe im europäischen Vergleich" stellt er

 

am Dienstag, 25. Juli, 10.30 Uhr,
bei einem Pressegespräch
im Neuen Senatssaal im Hauptbau des Verwaltungsgebäudes
(Kaiserstraße 12, Geb. 10.11)

 

vor. Die Studie, so Rothe, lege Vorschläge vor, wie die in Deutschland ausgebildeten Lehrkräfte an beruflichen Schulen auch in anderen Staaten der Europäischen Union eingesetzt werden können. Ferner gehe sie auf Besonderheiten des deutschen Berufsbildungssystems ein: "In Deutschland wird nur die betriebliche Ausbildung im Zusammenwirken mit der Berufsschule favorisiert. Der Anteil berufsqualifizierender Vollzeitschulen ist gering." Die hochgelobte betriebsgebundene Ausbildung, das deutsche Dualsystem, gebe Anlass zur Kritik: "Derzeit beginnen zwei Drittel der in eine Lehre Eintretenden die Ausbildung erst im Erwachsenenalter. Die Zahl der Lehrstellen für Schulabgänger geht weiter zurück - immer mehr Jugendliche werden in Warteschleifen aufgefangen."

 

Eine deutsche Besonderheit sieht Rothe auch darin, dass die berufliche Ausbildung unterhalb der Hochschulebene nicht nach Bildungsstufen differenziert - für die Freizügigkeit und insbesondere den Schwerpunkt des lebenslangen Lernens in der EU ist dies aber eine Voraussetzung. Getrennt werden müssten eine untere Ebene, die in Deutschland fehlt, eine mittlere Ebene wie die Facharbeiterausbildung und eine gehobene Ebene, die mit einer beruflichen Qualifikation auf Technikerniveau und der Hochschulzugangsberechtigung abschließt.

 

Die Robert-Bosch-Stiftung Stuttgart fördert die Untersuchung, die Wege aufzeigt, wie der Lehrernachwuchs sichergestellt werden kann und wie die in Deutschland in der beruflichen Bildung Ausgebildeten in anderen Staaten der EU als qualifizierte Fachkräfte anerkannt werden können. Dafür, so Rothe, "müssen die Berufsbildungsgänge entsprechend strukturiert ausgebaut sein". Ferner sei es bei der Konzeption von Lehrerbildungsgängen wichtig, dass die Ausbildung nicht wie derzeit neun Semester und damit zu lange dauert. Rothe empfiehlt, die Lehrerbildung für berufliche Schulen als Master-Aufbaustudium zu organisieren, das auf einem Bachelorabschluss aufbaut und modular strukturiert ist: "So wären unschwer Weiterbildungsinitiativen möglich." Zudem ließen sich die beiden Zugangswege - Studium und Seiten- oder Direkteinstieg - verbinden. Damit, so Rothe, "würde die Profession attraktiver".

 

Nähere Information:
Klaus Rümmele

Presse und Kommunikation
Telefon 0721/608-8153
E-Mail ruemmele@verwaltung.uni-karls ruhe.de

 


 

Antwort bis 21. Juli 2006 erforderlich  Fax: 0721/608-3658

 

Am Pressegespräch

 

am Dienstag, 25. Juli, um 10.30 Uhr an der Universität Karlsruhe

 

nehme ich

 

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o nicht teil.

 

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Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.presse.uni-karlsruhe.de/6039.php


 
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