Auch in der neuen Werkrealschule fehlt Lernzeit, um zum Beispiel in Deutsch, Mathematik und den Schlüsselqualifikationen die notwendigen Kompetenzen zu erwerben", sagte am Dienstag (20.01.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Werkrealschulen gibt es in Baden-Württemberg bereits seit 15 Jahren. Ihr Abschluss gilt als gleichwertig zum Realschulabschluss, er wird aber von Arbeitgebern schlechter akzeptiert als die Mittlere Reife an Realschulen.
"Anstatt die bekannten Schwächen unseres Schulsystems vorurteilsfrei unter die Lupe zu nehmen und das Schulsystem grundsätzlich auf neue Füße zu stellen, will es die CDU/FDP-Landesregierung allen recht machen und produziert am laufenden Band Stückwerk", sagte Moritz.
In Europa sortieren allein Deutschland und Österreich die Kinder mit zehn Jahren. Die Übertrittsquote in die Hauptschulen sinkt seit Jahren stetig. In Bremen und Hamburg, im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Rheinland-Pfalz ist bereits Bewegung in die Schulstrukturfrage gekommen. Dort werden zwischen 2009 und 2013 die Hauptschulen abgeschafft. "Kinder würden besser lernen, wenn nicht bereits ab der dritten Klasse der immense Druck der Schullaufbahnentscheidung auf Kindern und Eltern lastet", so Moritz. Die GEW geht davon aus, dass im Kommunalwahlkampf trotz der Entscheidung der Landesregierung das Thema Schulschließungen und Schulentwicklung ein zentrales Thema werden wird.
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg
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