Das DJI begleitet gemeinsam mit zwei weiteren Partnern (DIPF/IFS) in einer
länderübergreifenden Studie die Entwicklung und Erprobung der unterschiedlichen
Konzepte.
Mit dem Ausbau der Ganztagsschule stecken wir derzeit in einer der größten
Umbruchphasen, die das deutsche Schulsystem seit Bestehen der Bundesrepublik
erlebt hat. Über den Stand der Entwicklung informiert das Kapitel "Auf einen
Blick".
Das ambitionierte Ganztagsschul-Projekt wird die gesamte Bildungslandschaft
nachhaltig und positiv verändern, wenn es gelingt, alle zur Verfügung stehenden
pädagogischen Instanzen für das Kindes- und Jugendalter vom Kindergarten über
die Schule bis zur Jugendarbeit gleichermaßen zu mobilisieren und einzubinden.
Die Familien und die bislang übliche Halbtagsschule reichen als Bildungsorte
nicht mehr aus, um den Anforderungen an Bildung, Betreuung und Erziehung zu
Beginn des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Ein integriertes Gesamtkonzept,
das diese Trias erfolgreich unter einen Hut bringt, muss die Basis für die
moderne Ganztagsschule sein.
Der Bedarf ist groß. Viele Eltern wünschen sich für ihre Kinder eine
qualifizierte Betreuung auch am Nachmittag, um Familie und Beruf besser
vereinbaren zu können. Vor allem die Kinder- und Jugendhilfe mit ihrer
langjährigen Erfahrung in Sachen Kinderbetreuung sowie außerschulischer Kinder-
und Jugendarbeit ist bei den Ganztagsprojekten als strategischer Partner der
Schulen gefragt. Thomas Assmann vom Paritätischen Wohlfahrtsverband erläutert
am Lippstädter Beispiel im "Blick von außen", wie solch eine Kooperation
konkret aussehen kann.
Viele Kinder sind heute auf außerschulische Förderung am Nachmittag
angewiesen, um die Lernziele zu erreichen. Sowohl die schulnahe Unterstützung
dieser Kinder, als auch die Förderung besonders begabter SchülerInnen kann in
der Ganztagsschule besser gewährleistet werden.
Außerdem bietet die ganztägige Schule mehr Zeit und Chancen für die
eigentliche Erziehung. Denn zur Bildung gehören heute mehr denn je nicht nur
kognitive Leistungen. Ebenso wichtig sind für die jungen Menschen die
Entwicklung einer eigenen ethisch-moralischen Urteilskraft, eine
zivilgesellschaftliche Haltung und die Befähigung zu einer verantwortungsvollen
eigenständigen Lebensführung.
Dazu gehört übrigens auch, die SchülerInnen in die Entwicklung der Konzepte
für die Ganztagsschule mit einzubeziehen und ihr Feedback zum Unterricht und
den nachmittäglichen Angeboten verstärkt für die Qualitätssicherung zu nutzen.
Wie dies aussehen kann, erläutert
Bettina Arnoldt, die für das DJI an der
Studie zur Entwicklung der Ganztagsschulen (StEG) mitarbeitet, im
"Interview".
Politisch und pädagogisch ist das Ziel Ganztagsschule unwiderruflich
definiert. Dass die Wege, die zur Etablierung dieses mutigen, flächendeckenden
Pilotprojekts führen, sehr unterschiedlich aussehen können und durchaus auch
sollen, ist ebenso unbestritten.
Weitere Informationen
finden Sie unter
http://www.dji.de/thema/0609


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