Rotes Linsengemüse ist nicht nur gesund - es schmeckt auch. Und zwar fast
genauso gut wie Hamburger mit Fritten, Pizza oder Putenschnitzel mit
Currysauce, die jeweils mit einem viel höheren Fett- und Kaloriengehalt zu
Buche schlagen. Zu dieser Bewertung kamen im vergangenen Jahr rund 1.000
Schüler aus ganz Deutschland. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE)
- eine der Universität Bonn angegliederte Einrichtung - hatte die
Geschmackstests in Kooperation mit der Nestlé Deutschland AG durchgeführt. Nun
haben die FKE-Wissenschaftler die getesteten Gerichte in einem Buch
zusammengefasst. Die Rezeptesammlung ist vor allem für Ganztagsschulen gedacht;
sie gewährleistet eine gesunde Ernährung für alle Altersgruppen.
In Ganztagsschulen müssen Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren täglich
mit einem Mittagessen versorgt werden - und das möglichst gesund. Als
Alternative zu Kartoffelpuffer, Schnitzel oder Pizza hat das Forschungsinstitut
für Kinderernährung daher Rezepte nach dem
Konzept der "Optimierten
Mischkost" entwickelt. Das die sogar ziemlich gut schmecken, zeigte die Studie
vom vergangenen Jahr: Im Durchschnitt gaben Schüler den "optimierten"
Mittagsessen auf einer Skala von 1 (= sehr gut) bis 5 (= sehr schlecht) die
Note 2,59; die herkömmlichen Leib- und Magen-Gerichte schnitten mit 2,18 nur
wenig besser ab. Der Mischkost-Renner war Rotes Linsengemüse mit Würstchen - es
kam auf eine glatte 2,0 und lieferte sich damit ein Kopf an Kopf-Rennen mit
solchen Klassikern wie Pizza (1,94) und Hamburger mit Fritten (1,95).
"Wir haben nun eine Sammlung mit knapp 50 optimierten Rezepten
herausgebracht, die sich besonders für das Schulessen eignen", erklärt Dr.
Mathilde Kersting vom FKE. Dazu liefern die Forscher auch jede Menge guter
Tipps, wie Schulköche ihren jungen Kunden die Mahlzeiten besonders schmackhaft
machen können. "Bei der Einführung neuer Rezepte ist es beispielsweise
hilfreich, die Änderungen in kleinen Schritten vorzunehmen - also etwa die
Gemüsemenge über Wochen hinweg kontinuierlich zu steigern und den Fleischanteil
entsprechend zu reduzieren", schlägt Mathilde Kersting vor. Unbekanntes solle
man zudem mit Bekanntem kombinieren, Vollkornnudeln beispielsweise anfangs mit
hellen Varianten mischen. "Auch der Name macht eine Menge aus: Gemüseauflauf
mit Käse-Knusperkruste hört sich einfach besser an als Gemüseauflauf mit
Getreidekruste."
Neben allgemeinen Hinweisen haben die Autoren zu fast jedem Rezept
spezifische Tipps zusammengestellt. Darin schlagen sie beispielsweise vor,
geriebenen Käse zum Überbacken mit Paniermehl zu strecken oder Lauch sehr klein
zu schneiden, um seine Akzeptanz zu verbessern.
Das Land Rheinland-Pfalz zeigte sich von der Zusammenstellung so angetan,
dass es bereits an sämtliche knapp 500 Ganztagsschulen zwischen Rhein und Saar
jeweils ein Exemplar verteilt hat. Da trifft es sich gut, dass die
Rezeptesammlung auch regionale Geschmacksunterschiede aufzeigt. Gericht Nr. 4
("Champignon-Ragout mit Reis") kam beispielsweise im Norden Deutschlands besser
weg als im Osten. Dort standen die Testschüler eher auf Rezept Nr. 20 ("Gyros
mit Kartoffeln, Zaziki und Rohkostsalat") - eine Komposition, die wiederum im
Südwesten eher mittelmäßig abschnitt.
Die Rezepte-Sammlung ist über den Broschüren-Shop des FKE zu beziehen:
https://www.fke-shop.de/index.php
Kontakt:
PD Dr. Mathilde Kersting
Forschungsinstitut für
Kinderernährung
Institut an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität
Bonn
Telefon: 0231/7922-1018
E-Mail: kersting@fke-do.de


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