„Wenn du weiterhin so schlecht schreibst, dann musst du dich nicht wundern, wenn der Weihnachtsmann dir gar nichts bringt, das kann doch keiner lesen!“, so Lauras Mutter. Laura rennt weinend aus dem Zimmer, denn sie hat sich ganz viel Mühe gegeben und keiner erkennt das an.
So oder anders erleben das viele Kinder mit einer Legasthenie
(Lese-/Rechtschreibstörung). Voller Freude fangen sie an zu schreiben und in
der Schule oder zu Hause erhalten sie immer nur Vorwürfe, dass sie alles falsch
machen. Die Hefte der Klassenarbeiten sind rot übersät mit Fehlerkorrekturen
und das Kind kann schon gar nicht mehr erkennen, was es richtig gemacht hat.
„Leider wird oftmals erst viel zu spät erkannt, dass das Kind eine
Legasthenie hat. Eltern rufen dann verzweifelt beim BVL, Bundesverband
Legasthenie und Dyskalkulie, an und berichten, dass ihr Kind nur noch mit
Bauchschmerzen in die Schule geht und sich weigert, etwas zu lesen oder zu
schreiben“, berichtet Inge Palme aus der Elternberatung. „Wenn das Kind schon
demotiviert ist und eventuell noch Ängste hinzukommen, dann ist es sehr schwer,
den richtigen Zugang zu finden. Wir empfehlen den Eltern, wenn auch im dritten
Schuljahr noch nachhaltige Probleme beim Lesen oder der Rechtschreibung
bestehen, sollte schnellstens eine Diagnostik erfolgen. Eine Legasthenie
„wächst sich nicht aus“, mit Sicherheit aber das
Ausmaß des Versagens. Das
Kind wird – wenn nicht interveniert wird – sein Verhalten an den ständigen
Misserfolgen orientieren und letztlich meinen, es sei für alles zu dumm“,
kritisiert Palme.
Legastheniker verfügen über die gleichen Begabungen wie andere Kinder
auch, sie machen nur viel mehr und viel länger Rechtschreibfehler als ihre
Mitschüler. Durch gezielte Förderung kann den Kindern geholfen werden, mit
ihrer Legasthenie besser umzugehen und Arbeitstechniken zu entwickeln, die ihm
in der Schule helfen. Am besten hilft man betroffenen Kindern, indem man sie so
annimmt wie sie sind, ihre Stärken sieht und viel Verständnis zeigt, denn die
Kinder sind weder faul noch dumm.
„Unser Schulsystem ist so ausgerichtet, an den Schwächen der Kinder zu
arbeiten, anstatt ihre Stärken zu sehen. Wenn ich die Leistung eines
Legasthenikers nur an der Rechtschreibkompetenz festmache, dann tut man ihm
unrecht. Würde man sein Fachwissen mündlich prüfen, könnte der Lehrer keinerlei
Fehler feststellen und würde das Kind auch anders benoten. Gerade Legastheniker
müssen motiviert werden zu lesen und schreiben und dürfen keine Angst haben,
Fehler zu machen. Jeder noch so kleine Fortschritt sollte Anerkennung finden“,
wünscht sich Inge Palme vom „Weihnachtsmann“.
Weitere Informationen zum Thema Legasthenie finden Sie
unter
Pressekontakt: BVL
Annette Höinghaus Postfach 1107
Tel. 04193/965602
30011 Hannover
Fax: 04193/969304 info@bvl-legasthenie.de
hoeinghaus@bvl-legasthenie.de
Postfach 1107
Tel. 04193/965602 30011 Hannover
Fax: 04193/969304
info@bvl-legasthenie.de


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