Das erste Halbjahr des ersten Schuljahres ist für Sabine, 8 Jahre alt,
problemlos verlaufen. Sie geht gerne zur Schule, arbeitet sehr konzentriert mit
und erledigt ihre Hausaufgaben gewissenhaft, zügig und mit Freude. Sabine ist
fleißig und wird von ihren Mitschülern, wie von den Lehrern gemocht. Sie lernt
schnell lesen und schreiben.
Aber gegen Ende der ersten Klasse bemerken die Eltern die ersten
gravierenden Schwierigkeiten im Rechnen. Für Sabine scheinen Zahlen
undefinierbare Zeichen zu sein. Sabine begreift nicht, dass hinter jeder Zahl
eine bestimmte Menge steht. Sie rechnet immer noch mit den Fingern. Aber eine
Aufgabe wie 8+7 kann sie nicht rechnen, da sie ja nur 10 Finger zur Verfügung
hat. Und eine Menge von 10 besteht für sie nur aus den Ziffern 1 und
0.
Ihre Mutter übt mit ihr, manchmal 2 Stunden am Tag, jedoch ohne Erfolg. Die
Lehrerin rät den Eltern, geduldig zu sein und noch mehr zu üben. Sabine geht es
immer schlechter. Sie hat morgens Bauchweh und schläft schlecht. Sie ist jetzt
in der zweiten Klasse und quält sich durch den Schulmorgen. Sie hat jeden Spaß
an der Schule verloren und zieht sich immer mehr zurück.
Fazit:
Sabine hat vermutlich eine isolierte
Rechenschwäche. Um ihr die Freude an der Schule wieder zurückzugeben, müssen
die Eltern schnell handeln. Sabine braucht ein spielerisches Rechentraining,
indem sie immer wieder über das Abzählen von Mengen und die Mengenverknüpfung
ihre Rechenschwäche überwinden kann.
Typische Merkmale einer Rechenschwäche:
•
Leichtsinnsfehler, die beim Rechnen regelmäßig auftreten
• Finger als
Hilfsmittel beim Rechnen, meist bei jüngeren Schülern (dies wird oft sehr
perfekt versteckt, besonders wenn die Kinder schon mal für das Abzählen an
den
Fingern gerügt wurden)
• Fehler werden nicht erkannt
•
Fehlendes Verständnis für die Aufgabenstellung bei Textaufgaben. Hier muss eine
mögliche Leseschwäche mitberücksichtigt werden
• Fehler beim
Abschreiben von Zahlen und Rechenzeichen
• Das Kopfrechnen bereitet Mühe
und ist unzuverlässig
• Das 1x1 und andere Rechenvorgänge sitzen nicht
• Die 10er und 100er Über- und Unterschreitungen bereiten Probleme.
•
Muss das Kind zügiger Arbeiten, steigt die Fehlerzahl deutlich an
Da die Kombinationen von Zahlen, verbunden mit Rechenprozessen, sehr
vielfältig sind und unendlich viele Varianten zulassen, ist es verständlich,
dass es nicht nur diese Hinweise auf eine Rechenschwäche gibt. Auch andere
Hinweise sind möglich, die allerdings nicht so häufig auftreten.
Die Rechenschwäche kann sich auch auf die Persönlichkeit des Kindes
auswirken.
Psychosomatische Beschwerden können auftreten in Form von
Bauchschmerzen und Kopfschmerzen. Dazu kommen noch psychologische Auswirkungen
wie: Resignation, Trotz, Kompensation durch Angeberei u.ä.
Wie
wirkt sich eine Rechenschwäche auf das Lernen aus?
• Viele Fehler
treten immer und immer wieder auf
• Das Kind kann nicht selbständig
arbeiten
• Gute Ergebnisse kommen eher zufällig zustande
• Weichen
Aufgabenstellungen nur geringfügig vom Vorbereitungsmuster ab, bereiten
diese sofort Schwierigkeiten.
• Zuhause erzielt das Kind bessere
Ergebnisse als bei den Klassenarbeiten
• Die Kinder klagen über
Mathe-Hausaufgaben oder verweigern diese sogar
• Die Schüler versuchen alles
im Gedächtnis zu behalten, werden unsicher und verlieren
allen Spaß am
Rechnen und an der Mathematik
• Das Kind versteht die Rechen- und Denkwege,
kann diese aber aufgrund seiner
Rechenschwäche nicht ausführen, ohne viele
Fehler zu machen
Hilfe für Kinder mit einer Rechenschwäche:
Bis
zu zwanzig Prozent aller Menschen haben Schwierigkeiten, Mengen und Zahlen zu
verknüpfen. Die Rechenschwäche eines Kindes hat nichts zu tun mit mangelnder
Intelligenz, Leichtsinn oder Faulheit. Sie ist vielmehr ein Reifeproblem.
Dieses Problem ist darauf zurückzuführen, dass der für solche Prozesse
zuständige Teil des Gehirns noch nicht ausreichend gereift ist. Dadurch kann
das Gehirn die Kombination von Mengen und Zahlen nicht anforderungsgerecht
bewältigen.
Beispiel: Ihr Kind erlernt in der ersten
Klasse den Zahlenraum bis 20 mit den dazugehörigen Mengen. Die Methode der
Zahlen-Mengen-Verknüpfung hilft dem Kind die abstrakten Zahlen Mengen
zuzuordnen.
Ist der zuständige Gehirnbereich Ihres Kindes zu diesem Zeitpunkt
ausgereift, dann lernt Ihr Kind leicht und kann - eine normale Intelligenz
vorausgesetzt - die Anforderungen der ersten Klasse erfüllen. Ihr Kind
speichert diese mathematischen Grundlagen und kann auf diesem Fundament in der
2. Klasse aufbauen. Mit Geduld und Einsatz kann eine Rechenschwäche kann
überwunden werden.
www.crealern.de
Kreatives
Lernen
Joseph Kennedy
Obere Hauptstraße 10
78532
Tuttlingen
Telefon (07461) 16 26 50
Telefax (07461) 16 29
60
E-Mail: info@crealern.de
Joe Kennedy, Leiter des Tuttlinger Instituts „Kreatives Lernen“ ist
Lehrer und Erzieher und setzt sich seit 29 Jahren für Kinder und Jugendliche
mit Lernproblemen ein. Zusammen mit seinem Team hat er das «Es-
ist-so-einfach-Paket» mit teilweise handelsüblichen Spielen und vielen Übungen
entwickelt. Rechenschwäche und Lese-Rechtschreibschwäche können so spielend
überwunden werden.


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