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2008 – das Jahr der Mathematik lässt Dyskalkuliker hoffen

Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin (BMBF) veranstaltet seit dem Jahr 2000 in Kooperation mit der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) sog. Wissenschaftsjahre. Das Jahr 2008 fokussiert die Mathematik. Wir alle kennen den lebenspraktischen Aspekt der Mathematik:
Wir verwenden Zahlen, um etwas zu zählen, zu berechnen, zu errechnen, Zuordnungen vorzunehmen, Anzahlen zu ermitteln.




Wir haben Termine, nennen Uhrzeiten, verwenden Gewichts- und
Maßeinheiten, können mit Geld umgehen, Ein- und Ausgaben abwägen, Routen errechnen und Statistiken erstellen. In unserer Gesellschaft gilt das Rechnen-Können als Gradmesser für Intelligenz und führt folgedessen zum fatalen Rückschluss, dass Menschen, die die arithmetischen Grundlagen nicht erworben haben und daher nicht rechnen können, dumm oder faul sind. Der
Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. (BVL) verbindet mit dem Jahr der Mathematik die Hoffnung, dass nicht nur alles "rund um die Mathematik“ in den Mittelpunkt gestellt wird, sondern, dass auch an die Menschen gedacht wird, die die Mathematik grundsätzlich missverstanden haben und beim Rechnen weder „mitreden“ können noch die Freude an dieser faszinierenden Wissenschaft teilen können.

 

Von einer Dyskalkulie (Rechenstörung) betroffene Schüler stehen von ihrem ersten Schultag an unter einem sehr hohen Leistungsdruck. Die LehrerInnen sind nicht ausreichend ausgebildet und erkennen daher die Rechenstörung oftmals nicht frühzeitig genug, um den betroffenen Kindern die notwendigen Hilfen zuteil werden zu lassen. Die Kultusministerkonferenz hat in ihren „Grundsätzen zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen  Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben oder im Rechnen“ aus dem Jahre 2007 die Rechenstörung außen vor gelassen, so dass keine Berücksichtigung im schulischen Rahmen stattfindet. Einige Bundesländer haben versucht, die Dyskalkulie in ihren schulrechtlichen Regelungen zu berücksichtigen, aber es sind nur unzureichende Maßnahmen für die betroffenen Schülerinnen und Schüler fixiert worden. Leider sind die Schulen meistens damit überfordert, den Kindern einen adäquaten Förderunterricht anzubieten. Viele der von einer Dyskalkulie betroffenen Kinder erreichen so keinen begabungsgerechten Schulabschluss. Nicht rechnen zu können, bedeutet, nicht am Leben in der Gesellschaft teilnehmen zu können. Wer nicht rechnen kann, kann keinen Beruf ausüben, der ihm ermöglicht, selbstständig für einen Lebensunterhalt zu sorgen.


Der BVL wünscht sich im Interesse aller von einer Rechenstörung betroffenen Menschen, dass das Jahr der Mathematik nicht nur für Menschen gedacht ist, die rechnen können, sondern auch für diejenigen, denen Mathematik ein Buch mit sieben Siegeln ist. Wenn wir die „Dyskalkulie“ mit in den Brennpunkt des Jahres 2008 setzen und betroffene Menschen eine angemessene Förderung
erhalten, um das Rechnen zu erlernen und die Mathematik zu verstehen, könnte das Jahr der Mathematik für alle Dyskalkuliker zu einem historischen Jahr werden.


Weitere Informationen zum Thema „Dyskalkulie“ finden Sie unter www.bvl-legasthenie.de


Pressekontakt: Annette Höinghaus BVL
Tel. 04193/965602 Postfach 1107
Fax: 04193/969304 30011 Hannover
hoeinghaus@bvl-legasthenie.de info@bvl-legasthenie.de


 
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