Dass die Networking-Aktivitäten auch Gefahren bergen, dessen sind sich auch
die Plattform-Betreiber bewusst, räumen jedoch ein, dass das Internet ähnliche
Risiken mit sich bringt wie andere Lebensbereiche auch. "Social Networking
birgt sicherlich nicht mehr Gefahren für Jugendliche als jeder andere
Lebensbereich dieser Gruppe. Die Sicherheit unserer Nutzer, speziell unserer
jüngeren Nutzer, ist unsere oberste Priorität", meint Joel Berger,
Geschäftsführer MySpace Deutschland, gegenüber pressetext. Wenn Nutzer unter 16
Jahre alt seien, würden die Profile automatisch "privat" geschaltet, das
bedeute, sie könnten nur nach vorheriger, individueller Zustimmung durch den
Nutzer von anderen angesehen werden. "Wir raten grundsätzlich allen Usern, die
Plattform und ihre Möglichkeiten so zu nutzen, wie sie es auch in ihrem realen
Leben tun. So wie man einer fremden Person offline keine allzu brisanten
Details oder andere Geheimnisse zur eigenen Person preis gibt, sollte man dies
auch nicht online tun", so Bergers Standpunkt.
Jugendliche müssten viel besser darüber aufgeklärt werden, welche Spuren sie
im Internet hinterlassen und welche Auswirkungen der elektronische Fußabdruck
nach sich ziehen kann. "Der Schaden für die Zukunft einer Person kann sehr hoch
ausfallen, wenn später unerwünschtes Material im Netz gefunden wird", meint
David Smith, stellvertretender Polizeipräsident der ICO. Der leichtfertige
Umgang seitens vieler Nutzer zeigt sich beispielsweise auch daran, dass zwei
Drittel der Befragten virtuelle Freundesanfragen von völlig Unbekannten ohne zu
zögern akzeptieren und daher oft nicht wissen, wer sich eigentlich dahinter
verbirgt. Rund 60 Prozent veröffentlichen bedenkenlos ihr Geburtsdatum, ein
Viertel gibt die Jobbezeichnung an und immerhin jeder Zehnte veröffentlicht
tatsächlich seine korrekte Wohnadresse.
Als problematisch bewertet Smith den offenherzigen Umgang mit den
Online-Netzwerken insbesondere deshalb, da immer mehr Bildungseinrichtungen und
Arbeitgeber das Internet nutzen, um sich über potenzielle Studenten oder
Angestellte zu informieren. Während sich die Jugendlichen in Hinblick darauf
offenbar noch zu wenig der Gefahren bewusst sind, zeigen sie sich (95 Prozent)
doch besorgt darüber, dass Informationen an Werbefirmen oder andere Webseiten
weitergegeben werden könnten. 54 Prozent gaben an, sich "sehr" darum zu
kümmern, wer ihre persönlichen Angaben mitbenutzt.
Die Untersuchung zeige, dass junge Menschen, sobald ihnen die Risiken ins Bewusstsein gerufen werden, durchaus besorgt darüber seien, was mit ihren Informationen geschieht, meint Smith. "Wir müssen den Teenagern helfen, sich über jeden Aspekt des Internetzeitalters klar zu werden, in dem sie leben. Es kann Spaß machen, unglücklicherweise ist es aber nicht ein so sicherer Raum, wie viele denken."

Österreich
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