"Es fällt inzwischen nicht nur schwer, eine einheitliche Linie in der
Bildungspolitik der Union zu erkennen, sondern auch längerfristige
Perspektiven. Es ist erschreckend, wie sich die CDU in Landesregierungen wie
Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern von ihren einstigen
bildungspolitischen Grundsätzen verabschiedet hat und mithilft,
Qualitätsstandards abzusenken und Schulzusammenlegungen gegen den Willen von
Eltern und Betroffenen zu fördern", sagte der DPhV-Bundesvorsitzende am 15.
November 2006 in Berlin.
Meidinger erinnerte daran, dass bei PISA-E im innerdeutschen Vergleich die
Bundesländer am besten abgeschnitten hatten, die am konsequentesten auf
Bildungsqualität und begabungsgerechte Differenzierung setzten. Derzeit jedoch
sorge die Union in einer Reihe von Bundesländern mit dafür, durch unausgereifte
Schulexperimente Qualitätsstandards zu schleifen und den Elternwillen zu
missachten. Auch fehlten CDU und CSU klare Konzepte, wie sich das gegliederte
Schulsystem in Zeiten eines schon eingetretenen oder bevorstehenden
Schülerrückgangs qualitätsorientiert weiterentwickeln und neu profilieren
sollte.
"Anstatt den Schülerrückgang als Begründung zur Einrichtung von
Gemeinschaftsschulen bzw. eines zweigliedrigen Schulsystems zu
instrumentalisieren, wie es die SPD tut, brauchen wir Konzepte, wie dieser
Rückgang zur Verbesserung der Lehrer- und Unterrichtsversorgung in den
bestehenden Schularten genutzt werden kann. Mehr individuelle Förderung an
Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien - dazu brauchen wir dringend politische
Initiativen und Konzepte sowie die nötigen Finanzmittel", forderte der
DPhV-Chef.
Meidinger äußerte die Befürchtung, dass der nach PISA von der
Kultusministerkonferenz in die Wege geleitete Prozess qualitätsorientierter
Reformen ins Stocken geraten könnte: "Eines ist sicher: Mit den
schulpolitischen Schritten, wie sie in Schleswig-Holstein (CDU/SPD) oder Berlin
(SPD/PDS) beabsichtigt sind, wird die Bildungsqualität an deutschen Schulen
nicht steigen, sondern
sinken."
Pressekontakt:
DPhV
- Deutscher Philologenverband
Eva
Hertzfeldt
Pressesprecherin
Telefon: 030 - 40 81 67 89
Mobil: 0172 -
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