"Heute sind Weltraumteleskope wie das Hubble-Space-Teleskop oder der
Sonnensatellit SOHO nicht mehr aus der modernen Forschung wegzudenken. Dennoch
ist es nur wenigen Wissenschaftern vergönnt direkt mit Forschungssatelliten zu
arbeiten. Mit unserem Projekt wird sich das ändern, sogar Planeten um andere
Sterne sind beobachtbar", sagt Werner W. Weiss vom Institut für Astronomie der
Universität Wien im pressetext-Interview.
Das Projekt wird vom österreichischen Fonds zur Förderung der
wissenschaftlichen Forschung (FWF) http://www.fwf.ac.at/ finanziert und richtet sich an alle,
die an internationaler Weltraumforschung interessiert sind, speziell auch an
Schulklassen. "Ziel ist es, junge Menschen für die aktuellen astronomische
Arbeitsmethoden und astrophysikalischen Themengebiete zu begeistern und ihnen
auf lebendige Weise unsere Forschungsziele näher zu bringen", sagt Jürgen
Öhlinger, Projektleiter von "MOST für alle". Die Hobbywissenschafter werden
natürlich von professionellen Astronomen der Universitätssternwarte http://www.univie.ac.at/astro/ unterstützt, stellt Öhlinger
gegenüber pressetext klar: "Um die Weltraumdaten richtig auswerten zu können,
ist natürlich fundiertes Know-how gefragt. Hier kommen die Profis der
Sternwarte ins Spiel. Der intensive Austausch mit den Berufsastronomen soll
hier vorrangig sein und tolle Forschungsergebnisse liefern." In Zusammenarbeit
mit den Wissenschaftern können Beobachtungsstrategien entworfen, die Daten
aufbereitet und ausgewertet werden. Workshops, Vorträge und Arbeitsmaterialien
werden in der Datenauswertungsphase zur Unterstützung der Beobachter angeboten.
Die Beobachtungszeit am Satelliten MOST ist aufgrund anderer laufender
Projekte begrenzt. Daher werden alle Beobachtungsanträge der Hobbyforscher von
einer Jury aus Berufsastronomen bewertet und die Zeit anschließend unter den
besten Projekten aufgeteilt. Die Projektinformationen - Objekt,
Himmelskoordinaten und Beobachtungsziel - der Siegerprojekte werden dem
Kontrollzentrum in Kanada übermittelt, worauf dieses den Satelliten für die
Beobachtungen vorbereitet. Die von MOST gewonnenen Daten sollen dann über
insgesamt drei Bodenstationen, davon eine in Wien, empfangen und den
Antragstellern zur weiteren Analyse zur Verfügung gestellt werden. "Leider
können nicht alle Beobachtungsanträge von der Jury bewilligt und umgesetzt
werden. Deshalb bieten wir als spezielles Service für Gruppen, deren Projekt
nicht ganz vorne dabei ist, die Möglichkeit, mit MOST-Daten aus unserem
Datenarchiv zu arbeiten. Kein Jung-Forscher soll leer ausgehen", sagt Öhlinger.
Bis Mitte Mai können die Beobachtungsanträge eingereicht werden, ab September
2007 wird MOST die Objekte der Siegerprojekte beobachten.
Welche Himmelsobjekte im Herbst vom Satelliten untersucht werden, hängt von
den Ideen und der Kreativität der Hobbyastronomen ab. Die Auswahl an
Forschungsthemen ist groß: Der Satellit mit der Größe eines Koffers kann
Sternhelligkeiten über einen großen Zeitraum und Lichtveränderungen von einem
Millionstel der eigentlichen Helligkeit messen. Das kommt einem Auge gleich,
das Kerzenflackern in einer Entfernung von einem Kilometer beobachten kann.
"Solche Helligkeitsänderungen können zum Beispiel von Sternbeben ausgelöst
werden. Das Messen dieser Beben kann Aufschlüsse über den Sternaufbau geben -
ein Blick ins Innere des Sterns ist möglich. Auch extrasolare Planeten können
dank MOST durch Helligkeitsänderungen beobacht werden", sagt Öhlinger. Ein
Planet, der vor einem Stern vorbeizieht, verdeckt einen Teil des Sterns wodurch
dessen Helligkeit für den Zeitraum des Transits abnimmt. Intensität und Dauer
der Abnahme lassen Rückschlüsse auf Größe und Entfernung des Planeten
zu.
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: hannes richter
email: richter@pressetext.at
Tel.
+43-1-81140-111

Österreich
Diese Seite per Email weiter empfehlen
Druckversion
Newsletter abonnieren






