Im Rahmen europäischer Projekte haben Wissenschaftler vom
Astrophysikalischen
Institut Potsdam (AIP) Rechenzeit auf MareNostrum eingeworben, um sehr komplexe
Probleme der Galaxienentstehung zu studieren, deren Berechnung auf normalen
Computern Jahrhunderte dauern würden.
Wissenschaftlicher Fortschritt ist in der Forschung auf einigen Gebieten nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen einer wissenschaftlich-theoretischen Basis, Experimenten und Computer-Simulationen möglich. Genügend Rechenkapazität ist der Schlüssel für die wissenschaftliche und technologische Entwicklung eines Landes. Wissenschaftler aus vielen Ländern und vielen Bereichen sind daher an Rechenzeit auf dem spanischen Supercomputer MareNostrum interessiert. Die Anfragen zur Benutzung von Rechenzeit überschreiten MareNostrum's Kapazität um ein dreifaches. Darum müssen sich Wissenschaftler bei einem Zugangskomitee aus unabhängigen spanischen Wissenschaftlern bewerben.
Der Computer wird von Forschungsprojekten aus Bereichen wie
Erdwissenschaften, Biomedizin, Chemie, Materialwissenschaften, Physik,
Ingenieurwesen und Astrophysik genutzt. In Zusammenarbeit mit der Autonomen
Universität Madrid (UAM) führt das Astrophysikalische Institut Potsdam (AIP)
zwei Simulationen auf MareNostrum aus, um die Entwicklung von Galaxien im
frühen
Universum nachvollziehen zu können.
Die Simulationen sind riesig und sehr komplex und sind daher nur auf solchen
Supercomputern möglich. So wird derzeit die Entwicklung von tausenden Galaxien
in einem Würfel von 233,2 Millionen Lichtjahren Kantenlänge simuliert. Bisher
standen diesem Projekt schon über eine Million Rechenstunden auf MareNostrum
zur
Verfügung. Zum Vergleich: ein normaler Computer mit einem Prozessor müsste
dafür
über 114 Jahre ununterbrochen rechnen. Auf MareNostrum hat das nur 52 Tage
gedauert, weil für die Simulation 800 Prozessoren gleichzeitig benutzt
wurden.
Nach der Verdopplung der Rechenkapazität wurden dem Projekt weitere 600.000
Stunden zugesprochen. Projektleiter Prof. Gustavo Yepes hofft damit bis zu
einer
Rotverschiebung von 5 vorzudringen und so die Entwicklung von Galaxien in der
ersten Milliarde Jahre nach dem Urknall zu sehen.
Für das zweite Simulationsprojekt des AIP im Rahmen der europäischen DEISA
Extreme Computing Initiative werden gerade noch die Vorbereitungen getroffen.
In
Zusammenarbeit mit Prof. Yehuda Hoffman (Jerusalem), der im Sommer auf einer
Mercator-Professur der Universität Potsdam am AIP geforscht hat, und Prof.
Anatoly Klypin, der im Sommer das Helmholtz-Institut am AIP leitete, plant Dr.
Stefan Gottlöber vom AIP, die Entwicklung des lokalen Universums zu simulieren,
d.h., im Computer sollen ähnliche Objekte entstehen, wie wir sie in unserer
Umgebung beobachten. Umgebung, das sind einige Millionen Lichtjahre. Dafür
stehen zunächst einmal 700.000 Computerrechenstunden (umgerechnet wären das 80
Jahre zur Verfügung.
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.aip.de - weitere
Bilder"

Österreich
Diese Seite per Email weiter empfehlen
Druckversion
Newsletter abonnieren





