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Älter als gedacht - Der Jungbrunnen der Saturnringe

San Francisco (RPO). Die Saturnringe sind sehr viel älter, als bislang angenommen. Dass die Forscher das Alter der Ringe bisher falsch eingeschätzt haben, liegt daran, dass sich die Ringe mit einer besonderen Verjüngungskur frisch halten. 




In einem fortwährenden Prozess ballen sich die Gesteins- und Eisbrocken der Ringe zu größeren Gebilden zusammen. Danach zerbröseln diese Minimonde durch Kollision wieder zum ursprünglichen Ringmaterial. Dieses Materialrecycling hält die Saturnringe stabil, so dass sie deutlich älter als die bislang angenommenen 100 Millionen Jahre sein müssen.

 

Unter Berücksichtigung des Materialrecyclings müssten die Saturnringe sogar über vier Milliarden Jahr alt sein und wären damit schon in der Kindheit unseres Sonnensystems entstanden. Das berichtete der Astronom Larry Esposito von der Universität von Colorado in Boulder auf der Jahresversammlung der Amerikanischen Geologischen Vereinigung in San Francisco.

 

Esposito und seine Kollegen analysierten die Eis- und Gesteinskörper in den Saturnringen. Die Daten lieferte die Raumsonde Cassini, die den Saturn umkreist. Aus der Größenverteilung und der Zusammensetzung der Brocken schlossen sie auf einen Recyclingprozess, in dem sich Ringmaterial zu größeren, lockeren Gebilden zusammenlagert.

 

In mehreren Fällen konnten sie beobachten, wie diese Minimonde mit rund 10 bis 20 Metern Durchmesser vor einem Stern hinwegzogen. Da das Licht des dahinterliegenden Sterns durch den Mond hindurchtrat, muss er sehr porös und locker aufgebaut sein, berichten die Forscher. Durch Kollisionen mit anderen Brocken können die Minimonde dann wieder zu Ringpartikeln zerfallen. Dieser Recyclingprozess könnte so ununterbrochen weitergehen.

 

Bislang vermuteten Planetenforscher, dass der Saturnring nur rund 100 Millionen Jahr alt ist. Er hätte sich also erst dann gebildet, als die Dinosaurier die Erde bewohnten. Zu jener Zeit hatte entweder ein Komet einen Saturnmond zerschmettert, oder ein Mond ist seinem Planeten zu nahe gekommen und wurde durch Gezeitenkräfte zu Staub zermahlen.

 

Quelle: RP-Online

www.rp-online.de/public/article/aktuelles/wissen/weltraum/511022


 
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