In einer japanisch-chinesischen Kooperation wurde nun eine Methode
entwickelt, mit der Gold-Nanoteilchen so gezielt ausgefällt werden können, dass
sich damit farbenfrohe dreidimensionale Bilder in transparenten Materialien
"malen" lassen.
Der ästhetisch-künstlerische Aspekt der neuen Technik ist
aber nur ein untergeordneter. Mit Edelmetall-Nanoteilchen dotierte Materialien
sind nämlich heiße Kandidaten für ultraschnelle optische Schaltelemente der
Optoelektronik. Die notwendige genau definierte räumliche Verteilung der
Nanopartikel innerhalb eines Materials war bisher eine schwierige Hürde.
Das Team um Jianrong Qiu hat diese Hürde nun überwunden. Und so sieht die
neue Technik im Einzelnen aus: Als Ausgangsmaterial dient ein mit
Goldoxid(Au2O3) dotiertes Silikatglas. Wird das Glas mit einem Laser bestrahlt,
entstehen winzige graue Pünktchen an den fokussierten
Stellen. Die Forscher
"malten" so beispielsweise einen etwa 5 mm X 5 mm messenden Schmetterling in
das Glas, dessen feine Details gestochen scharf aufgelöst sind. Wird das Glas
bei 550 oC getempert, wird das graue Bild farbig: In Abhängigkeit von der
Intensität des zuvor eingestrahlten Laserlichtes wird der Schmetterling
violett, rot oder gelb. Erneutes Bestrahlen mit dem Laser löscht diese Farbe.
Wie das? Durch den enorm hohen Energieeintrag der kurzen Laserpulse können
Elektronen an den bestrahlten Stellen des Glases genug Energie aufnehmen, um
sich von ihren Atomkernen zu trennen. Goldionen sind in der Lage, solche freien
Elektronen einzufangen, dabei werden sie zu Goldatomen reduziert. Beim
anschließenden Erhitzen erhalten die Goldatome dann die nötige Energie, um sich
aus dem Silikat-Netzwerk zu lösen und auf Wanderschaft zu gehen. Treffen sie
auf andere Goldatome, aggregieren sie zu winzigen Klümpchen. Diese
Goldnanopartikel erscheinen farbig, weil sie Licht im sichtbaren
Spektralbereich absorbieren. Die absorbierte Wellenlänge hängt aber von der
Größe der Nanopartikel ab. Und je höher die Lichtintensität des Lasers, desto
mehr reduzierte Goldatome entstehen pro Volumeneinheit, die später als
Kristallisationskeime dienen. Beim Erhitzen entsteht eine dementsprechend
größere Zahl an Nanoteilchen, die dafür aber kleiner sind. Ein erneutes
Bestrahlen mit dem Laser zerbricht die Nanopartikel wieder in winzige
Bruchstücke und Atome, das bestrahlte Areal wird wieder transparent. Die neue
Technik könnte ein wichtiger Schritt in Richtung extrem schneller
dreidimensionaler optischer Speicher mit ultrahoher Speicherdichte sein.
In Gläsern mit hohem Gehalt an Goldionen hofft das Team außerdem, komplette
dreidimensionale Nano-Schaltkreise aus Gold herstellen zu
können.
Kontakt: Prof. J. Qiu
Photon Craft Project
Shanghai
Institute of Optics and Fine Mechanics
Chinese Academy of Sciences and
Japan Science and Technology Corporation
Shanghai
201800
China
Tel.: (+81) 774-955-205
Fax: (+86)
21-5992-9373
E-mail: jrq@photon.jst
Angewandte Chemie Presseinformation Nr. 17/2004
Angew. Chem. 2004, 116
(17), 2280 - 2284
ANGEWANDTE CHEMIE
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