Das hat die Studie "LEO" (Lernstands-Ermittlung und -Förderung schulischer Orthografiekompetenz an weiterführenden Schulen im Raum Bochum) von Dr. Thomas Lischeid (Lehrstuhl für Germanistische Literatur und Sprachdidaktik derRUB, Prof. Dr. Wolfgang Boettcher) mit 1100 Schülern am Beginn der fünften Klasse aller Schulformen ergeben. Nahmen die Lehrer ein Fortbildungsangebot an, bei dem sie lernten, Rechtschreibprobleme einzelner Schüler noch besser zu diagnostizieren und die Schüler in kleineren Gruppen gezielt zu fördern, verbesserte sich der Schnitt nach drei Monaten um 20 und 50 Prozent. Für die Fortsetzung der "LEO"-Studie sucht Dr. Lischeid noch interessierte Schulen und Lehrer.
Basis für die weiterführenden Schulen
Mit LEO wurde der Lernstand der Schüler gleich nach dem Wechsel in die weiterführenden Schulen im September 2005 erhoben. 35 Prozent aller Schüler der Klasse 5 in Bochum nahmen am Test teil. Die Forscher erfassten damit die Basis, auf der die Ausbildung an der weiterführenden Schule aufbaut. Auffällig waren dabei die Unterschiede zwischen den Rechtschreibkompetenzen der Schüler in unterschiedlichen Schulformen: Gymnasiasten machten nur etwa halb so viele Fehler wie der Gesamtdurchschnitt, Realschüler lagen im Mittelfeld, Haupt- und Gesamtschüler befanden sich am unteren Rand des Durchschnitts.
Groß- und Kleinschreibung, Dehnung und Dopplung
Getestet wurde mittels halbstündigen Lückentext-Diktat z.B. die Fähigkeit, gehörte Wörter zu verschriftlichen, das Wissen um Dehnung und Dopplung, Groß- und Kleinschreibung . Parallel zur Erhebung des Lernstands der Schüler boten die Forscher den Lehrern an, die Ergebnisse zu diskutieren und ihre diagnostischen Fähigkeiten an zu verbessern. "Wir haben die Ergebnisse der Klassen analysiert und die Schüler entsprechend ihrem Kenntnisstand in vier Gruppen eingeteilt, die dann die jeweils optimalen Lehrmaterialien und Aufgaben bekamen", erklärt Thomas Lischeid. Im Dezember führte er dann in den betreffenden Klassen eine zweite Testreihe durch. Die Erfolge der Förderung waren deutlich sichtbar und selbst für die Forscher überraschend: Für jede der elf Klassen der Gesamtschulen ermittelten sie eine Fehlerreduzierung von 20 oder mehr Prozent. Das entspricht der Verbesserung um das Niveau einer Schulform, vom Gesamtschul- auf das Realschulniveau. Eine Klasse eines Bochumer Gymnasiums verbesserte sich sogar um 50 Prozent.
Interessierte Schulen und Lehrer können mitmachen
Das Forschungsprojekt wird im nächsten Schuljahr fortgesetzt. Schulen und Lehrer, die sich daran beteiligen möchten, können sich bis zum Beginn der Sommerferien bei Dr. Lischeid melden (0234/32-25083, thomas.lischeid@rub.de). Sie nehmen an einer Lernstandserhebung mittels Diktat teil (Dauer: eine Schulstunde), analysieren deren Ergebnis gemeinsam mit Dr. Lischeid (zwei bis drei Gespräche) und planen darauf aufbauend eine Unterrichtseinheit von vier bis sechs Wochen Dauer in Orthographie und Grammatik. Abschließend findet eine weitere Lernstandserhebung statt. "Ich möchte jetzt natürlich wissen, wie genau das einfache, aber offenbar sehr effiziente Mittel der Förderung in Gruppen funktioniert", plant Thomas Lischeid.
Weitere Informationen
Dr. Thomas Lischeid, Germanistische Sprach- und
Literaturdidaktik,
Germanistisches Institut der Ruhr-Universität, 44780
Bochum, Tel.
0234/32-25083, E-Mail: thomas.lischeid@rub.de
Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter:
http://idw-online.de/pages/de/news162509

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