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Brennt die Sonne ewig?

Umgangssprachlich sagt man zwar „die Sonne brennt“ und auch Wissenschaftler sprechen von „Brennprozessen“ im Inneren der Sonne, aber die Art, wie unsere Sonne brennt, hat nichts mit dem Feuer in einem Kamin zu tun; es handelt sich nämlich nicht um eine chemische Verbrennung, die die Sonne leuchten lässt, sondern um Physik: Das Feuer unserer Sonne entsteht durch Kernfusion.




Unter dem gigantischen Druck der Gasmassen, aus denen die Sonne besteht, schmelzen in ihrem Innern je vier Wasserstoffkerne zu einem Heliumkern zusammen. Das neu entstandene Helium ist jedoch ein kleines bisschen leichter als die vier Wasserstoffe vorher – bei der Fusion ist also Masse verloren gegangen und die wird in Form von Energie frei, nach Einsteins berühmter Formel E=mc2, nach der Masse und Energie dasselbe sind.

 

Die Energie-Strahlung, die bei der Verwandlung von Wasserstoff in Helium entsteht, braucht etwa eine Million Jahre, um sich ihren Weg aus dem Sonnenkern nach außen zu bahnen. Auf diesem Weg ist sie zu einem Großteil in sichtbares Licht verwandelt worden und dieses Licht trifft, sobald es die Sonnenoberfläche verlassen hat, acht Minuten später bei uns auf der Erde ein.

 

Die Wasserstoff-Kernfusion lässt unsere Sonne seit viereinhalb Milliarden Jahren leuchten und sie wird es auch in den nächsten 4 Milliarden Jahren tun, denn unsere Sonne ist ein Stern mittleren Alters in einer sehr stabilen Lebensphase, zumindest im Ganzen gesehen (auf der Erde werden wir merken, dass die Sonne im Laufe der Zeit heller wird, sogar zu hell und zu heiß zum Leben).

 

Wir Menschen werden also wohl nicht mehr erleben, wenn in vier Milliarden Jahren der Wasserstoff im Sonneninneren aufgebraucht ist. Dann beginnt der Wasserstoff in den äußeren Schalen zu brennen und dadurch wächst die Sonne an. Sie schluckt den Merkur und die Venus und die Erde wird nur knapp verschont (von der Erde aus wird die Sonne fast den gesamten Himmel ausfüllen und rund 100 Mal heller sein als heute, sodass unsere Ozeane und unsere Atmosphäre verbrennen und die Erde zu einem glühenden Lavaball wird). Die Sonne befindet sich dann im Stadium eines „Roten Riesen“.

 

Die weitere Entwicklung verläuft unruhig und schnell: Die Sonne verliert schlussendlich einen Großteil ihrer Hülle und zurück bleibt nur ein heißer, kleiner Kern aus Kohlenstoff und Sauerstoff, der langsam auskühlt. Weil er an seiner Oberfläche durchaus noch 10000 Grad heiß ist (heißer als die Sonne heute), nennt man ihn „Weißer Zwerg“.

 

Unsere Sonne wird dieses Stadium in etwa 5 Milliarden Jahren erreichen und danach ihr Leben auf die unspektakulärste Art beenden, die einem Stern möglich ist: Einfach abkühlen. Denn sie ist schlicht zu klein, um in einer Supernova zu explodieren und ein schwarzes Loch zu erzeugen.

 

Mehr Infos (Manuskript als PDF und Audio als MP3) unter:
http://www.wdr5.de/service/service_kleine_anfrage/1088199.phtml


 
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