"Wir denken, wir haben das Dorf der Erbauer von Stonehenge gefunden", sagte der Leiter des Ausgrabungsprojekts, Mike Parker Pearson, bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse am Dienstag. Zwischen der Kultstätte und den nur 3,2 Kilometer entfernt gelegenen neuen Ausgrabungen gebe es zahlreiche Verbindungen. Die bislang freigelegten Häuser seien mit Hilfe der Radiokarbonanalyse auf die Zeit von Stonehenge datiert worden. Die Entdeckung sei von großer Bedeutung, um die Entstehung der Kultstätte zu verstehen.
Die Reste des größten neolithischen Dorfes, das jemals in Großbritannien gefunden wurde, liegen demnach in der Nähe von Durrington Walls. Offenbar lebten auf dem Gelände mehrere hundert Menschen. In den seit September 2006 ausgegrabenen Häusern seien gut erhaltene Lehmböden freigelegt worden. Jeder der Räume von etwa 25 Quadratmetern habe in der Mitte eine Feuerstelle und weise Umrisse von Betten und hölzernen Schränken auf, erklärte Pearson von der Universität Sheffield.
Der Radiokarbonanalyse zufolge sei die Ansiedlung etwa 2600 bis 2500 Jahre vor Christus errichtet worden. Die Entdeckung stützt die Theorie, dass Stonehenge nicht isoliert errichtet wurde, sondern Teil eines großen religiösen Komplexes war, der unter anderem für Beerdigungsrituale genutzt wurde. Bisher ist jedoch erst ein kleiner Teil von Durrington Walls untersucht worden.
Die Überreste wurden im September vergangenen Jahres im Rahmen des Stonehenge Riverside Projekts von Pearson und fünf anderen Archäologen entdeckt. Die Forscher wurden teilweise von der National Geographic Society mit Geldern aus den USA und Großbritannien finanziert. Stonehenge gehört mit jährlich mehr als 800.000 Besuchern aus aller Welt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Großbritannien. 1986 erklärte die UNESCO die Stätte zum Weltkulturerbe.
Quelle: RP-Online
http://www.rp-online.de:80/public/article/aktuelles/wissen/402522< /A>

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